Freitag, 8. April 2011

Goodbye India!

Liebe Leute!

Nach langer, langer Zeit kommt jetzt von uns mal wieder eine Meldung und zwar die allerletzte aus Indien! Wir blicken zurueck auf sechs lange und kurzweilige, schwere und schoene, wunderbare und traurige, stationaere und reisende Monate und koennen zufriedenstellend sagen: "Es haette nicht besser sein koennen!".

Jetzt gerade ist frueher Abend hier in Bengaluru und unser letzter Tag in Indien ist nun auch schon fast vorbei! Wie sich auch der Rahmen meistens in Buechern schliesst sind wir fuer unseren letzten drei Tage zu den Schwestern des Holy Cross' zurueck gekehrt, konnten zur Besinnung, Ruhe und Reflektion kommen. Wie immer wurden wir unglaublich herzlich empfangen und aufgenommen und haben uns nach der Rundreise sofort wieder wie zu Hause gefuehlt. Die weltbesten Mangos (ja wir haben sie nun auch noch mit bekommen) und die beruechtigten Jackfruits haben uns das Ende und "die Heimkehr" mit versuesst. Und neben den leckeren Suedfruechten gibt es hier in Bengaluru auch herrliche Shoppingmalls und grosse Kinos, wo wir letzte Besorgungen machen konnten und uns nett die Zeit vertrieben haben:).

Nun sind wir euch aber noch eine kurze Skizze unseres letzten Reiseabschnittes schuldig. Wo waren wir stehen geblieben? In Gokarna vor drei Wochen: Sehr gut erholt und fast indisch gebraeunt sind wir mit einem oeffentlichen Nachtbus von Gokarna nach Hampi, zu alten Tempeln und zauberhafter Steinlandschaft gereist. In Hampi sieht es aus, als haette ein Riese mit Steinchen (fuer Menschen eher Felsen) gespielt. (Das ist unser Standartspruch zu Hampi.) Nach drei hitzevollen Tagen (ca. 40 Grad) fuhren wir mit 7 mehr oder weniger sehr ueberfuellten Bussen, quer ueber eine Gebirgskette, nach naja geplant war die Wildlifesanctury Chinnar, aber die wollten uns nicht an diesem Tag, also ins nahe gelegene Dorf Marayoor. Dort hatten wir durch eine sehr nette Bekanntschaft die Moeglichkeit eine Nacht bei ansaessigen Schwestern zu naechtigen. Es war wie bei unseren Holy Crosslern und wir waren ueberwaeltigt von der unglaublichen Gastfreundschaft. Am naechsten Morgen sind wir dann aber auch zuegig weitergezogen....Oder zurueckgefahren besser gesagt, nach Chinnar naemlich, wo man uns dann auch haben wollte! Die folgende Nacht haben wir mitten im Nationalpark in einem Baumhaus uebernachtet!! Und jetzt fuer Danny: Auch wenn es in Schweden keine Elche gibt; in Indien gibt es Elefanten, Bisons, Leoparden und Sambahirsche, wir koennen es bezeugen! (fuer alle anderen natuerlich auch!)

Nach spannenden Stunden im und um das Baumhaus ging es mit einem wirklich sehr uebefuellten Bus nach Munnar, beruehmt fuer seine Teeplantagen (ist nicht weiterer Erklaerung noetig siehe Bild). Doch ein gewisses Highlight ist definitiv erwaehnenswert. Als wir naemlich in dem einzigen Restaurant weit und beit sassen, hoerten wir zwei deutsche Maedchen einer Dritten ueber ihre Erfahrungen bei Schwestern in Indien erzaehlen. Da wurden wir natuerlich hellhoerig und als wir uns (wie man es so macht unter travellern) dazusetzten, stellte sich heraus, dass sie auch bei Holy Cross Schwestern waren und zwar auch in Hazaribag und zwar auch ueber LUCY und Herrn Scheiwe und auch Englisch unterrichtet haben....Kurz und knapp: Die beiden haben das gleiche Volontariat vor zwei Jahren gemacht! Damals hatten sie auf ihrer Reise Kerala wohl nicht mehr gesehen, sodass sie das jetzt nachholten- und wir sie promt treffen. Was fuer ein Zufall! Danke Johanna und Pia, wir hatten super nette Stunden und wir freuen uns auf ein Nachtreffen!

Die vorletzte Station unserer Reise hiess Kochin. Die Hauptstadt und Megametropole Keralas liegt direkt am arabischen Meer und wurde in der Kolonialzeit zuerst von den Portugiesen und dann von den Niederlaendern besetzt. So kommt es, dass ganze Stadtteile auesserst westlich und malerisch in ihrem Flair sind. Wir haben in dem ziemlich touristischen Stadtteil Fort Kochin unsere Tage verbracht, wo an der Kueste die Fischer arbeiten und man alte, 'chinesische' Fischernetzte bewundern kann. Das ganze hatte ziemlich grosse Aehnlichkeit mit unserem lieben Hamburg (Meer+Container+Queen Mary 2!!!), weshalb wir gleich ein bisschen Heimatgefuehle bekamen. Es gibt neben sehr majestaetischen, alten Kirchen auch eine alte Synagoge zu besichtigen, die uns tief beeindruckt hat.

Bevor es dann endgueltig nach Bangaluru ging, verbannten wir uns noch in ein wenig Luxus. Ja, lange haben wir uns drauf gefreut und wir sollten nicht enttaeuscht werden. In einem Oeko-, Bio-, Luxusresort verbrachten wir drei herliche Tage mit Yoga, Meditation, gesundem Essen, schlafen und schwimmen in einem Bio-Teich-Swimmingpool (gewoehnungsbeduerftig, aber herrlich). Natuerlich durfte auch die Ayuverda Massage letzten Endes nicht fehlen, dazu stellten wir aber fest, dass es sehr entspannend war, aber man sich ein wenig wie ein Fisch in einem Oelbecken gefuehlt hat. :)

Und nun sind wir hier. In Bangaluru im Provincial House der Holy Cross Sisters. Und wir sitzen vorm Pc und wechseln uns bei jedem Satz ab (wir haben 6 Monate gebraucht, um diese Teamleistung zu Stande zu bringen und ich finde wir sind gar nicht schlecht! Oder hat schon jemand bis hier gemerkt, dass das nicht von einer Person kommt??? Nein, meine Liebe, ich denke nicht und alle die JA sagen haben ne lange Nase). Und, man sollte ehrlich gestehen: wir koennes kaum noch erwarten und werden langsam hibbelig: ENDLICH ZUHAUSE ZU SEIN.

Aber ein paar Stunden haben wir ja noch und die sollen auch genutzt sein. Deshalb wollen wir noch kurz ein Resume ueber die gesamte Zeit ziehen. Zuerst einmal tausend Dank an Norbert Scheiwe, der uns dies alles ermoeglicht hat und uns wie er das halt mit allem und mit allen macht hier rein geredet hat. Wir haetten weder auf die Zeit bei den Schwestern, noch auf den Teil unserer Reise verzichten wollen. Im Austausch mit anderen Reisenden und mit den Schwestern haben wir wiederholt festgestellt, dass es wirklich lange Zeit braucht, um dieses Land richtig zu verstehen und mehr zu sehen als das, was einem als Tourist gezeigt wird. Wir haben das Gefuehl durch die Mischung von Volontariat und Reise einen ganz guten Ueberblick bekommen zu haben! Natuelich bleiben auch noch Wissens und Erfahrungsluecken, aber wir muessen uns ja auch noch was fuer den naechsten Besuch aufheben! Wir sind gluecklich, zufrieden, um einiges reifer (sofern wir das beurteilen duerfuen) und auch einwenig stolz, aber das duerfen wir glauben ich an dieser Stelle auch mal sein. :) So weit so gut. Ich glaube das reicht fuer heute. Wir werden uns definitiv noch einmal von Deutschland aus melden, aber trotzdem kann dies als letzter offizieller Blogeintrag angesehen werden.

Zum Schluss danken wir natuerlich euch allen als treue (oder auch gelegenheits-) Leser fuer das Interesse! Und fuer all die liebe Post, die wir nach Hazaribag von ueberallher bekommen haben (Danke auch an die indische Post und unseren Postmann. Wir hoffen sehr, dass die Plaetzchen wenigstens ihm geschmeckt haben!) und die Mails und Anrufe. Es tat so gut zu wissen, dass man ein zu Hause hat mit lieben Menschen, die einen noch nicht vergessen haben! Danke fuer alles und an alle Beteilligten!

Zum letzten Mal liebste Gruesse und Kuesse aus Indien, Kanataka, Bangaluru, Davis Road, Holy Cross Provincial House!

Eure (ja wer soll jetzt zu erst genannt werden? Ich breche jetzt mal die Regel und bin der Esel, weil Cosi das sonst gleich aendert)
Julia und Cosi
                                                                        Hampi
                                                                      Moonar, Tee
                                                                 Kochin, Fischernetz

                                                                        Moonar