Dienstag, 30. November 2010

1. Advent

So liebe Freunde,

Wegen mysterioesem Internetausfall komme ich erst heute, dem 30. November, zu einem Eintrag ueber die letzte Woche und unser ereignisreiches Wochenende!

Unser Alltag hat sich mal wieder etwas gewandelt- seid letzter Woche unterrichten wir naemlich die "Precandidates", junge Frauen in der Schwesternausbildung, in Englisch. Wir hatten drei Tage in der St. Robertshighschool unterrichtet, was wir aber schnell wieder abgebrochen haben, da wir das Gefuehl hatten, dass es weder den Schuelerinnen noch uns viel gebracht hat. Die Roberts-Maedchen sprechen leider einfach noch zu wenig Englisch, als dass wir irgendwie Ihnen weiterhelfen koennten. Ausserdem sind sie noch ganz andere Lehrmethoden gewohnt als Julia und ich. So haben wir mit der Oberschwester eine gute andere Loesung gefunden. Die Precandidates sind um die 20 jahre alt und sehr nette, aufmerksame Frauen. Die Klassenstaerke betraegt hier 14- nicht (wie in Roberts) 90. Angenehm. :)
Ausserdem sind wir ziemlich beschaeftigt mit unserem Krippenspielprojekt, was wirklich langsam schon Formen annimmt! Das macht uns grossen Spass- die Maedchen haben eine gute Englischuebung und auch Spass an der Sache, glaube ich, und wir lernen auch ziemlich gut Hindi dabei! (Wir versuchen naemlich immer mit Pantomime und unserem Hindi die Textinhalte zu verdeutlichen:) ).

Wir haben noch ein weiteres Hobby gefunden: naemlich Basketballspielen in der nahegelegenen St. Xaviousschool! Diese Highschool ist etwas besser ausgestattet als St. Roberts und verlangt aber auch mehr Schulgeld, also etwas elitaer. Die Schueler koennen dafuer aber auch sehr viel besser Englisch und man merkt schon an der Geschwisterzahl der meisten (2, nicht 5), dass die Kinder aus bessergestellten Familien kommen. Wir sind froh, diese sozialen Unterschiede so deutlich sehen zu koennen, wobei wir aber auch nicht in St. Xavious unterrichten wollen wuerden, sondern gluecklich ueber unsere Aufgabe hier sind. Wir haben in den Jungs der 12. Klasse ziemlich witzige und nette Spielkumpanen gefunden und toben uns jetzt manchmal gerne beim Basketball mit denen aus.
 Nun zum Wochenende:
Am Samstag haben wir vormittags mal wieder ein paar Dinge in der Stadt besorgt- das faellt dann und wann mal an. Nachmittags haben wir uns mit zwei Basketballbuddies getroffen, die uns Skooti-fahren gezeigt haben! Das ist ein kleiner Motorroller, den hier vor allem Frauen fahren. Es hat grossen Spass gemacht- Juju darf jetzt ja auch (eigentlich) ganz offiziell ganz alleine fahren! Musste gleich ausgenutzt werden...
Und am Sonntag: sind wir vormittags mit father George, der lange in Wien gelebt hat und deshalb sehr gut deutsch spricht und mit dem wir uns sehr gut verstehen, auf den oertlichen "Berg": Canary hill gefahren. Von dort hatte man einen schoenen Blick ueber ganz Hazaribag. Da haben wir erst richtig gesehen, dass dieses Staedtchen schon ziemlich gross ist- von der Flaeche her und von der Einwohnerzahl her auch! Eine halbe Mio. ist wohl die Einwohnerzahl. Leider war es etwas nebelig, aber es ist dann etwas aufgeklart.
Wir haben dann noch einen Abstecher in ein indisches 'Jugendwerk' gemacht. Hier bekommen junge Maenner eine 10 monatige Ausbildung zum Elektroniker, Tischler, Driver, ...(wir konnten nicht alles verstehen) geboten. Geleitet wird das auch von Christen ('maennliche Schwestern') und gefoerdert werden vor allem Jungs aus den untersten Schichten. Jeweils 50 leben und lernen zusammen auf dem Gelaende. Auftraege werden aus Hazaribag und Umgebung entgegen genommen. Father George hat auch einen sehr schoenen Esstisch aus dieser Werkstatt:). Wir fanden das auf jeden Fall eine tolle und sinnvolle Institution.

Zum Mittagessen waren wir bei einer Schuelerin der St. Robertshighschool eingeladen, die wir schon ziemlich gut kennen. Das war eine richtig indische Einladung bei einer kleinen indischen Grossfamilie:). Sudhan, das Maedchen, ist unglaublich nett und clever und interessiert und spricht wirklich gutes Englisch. Auch ihre Schwestern und Cousienen (zwei Familien wohnen hier zusammen) kennen wir schon- sie waren auch mit in Kolkatta. Sie haben uns ihr ganzes Haus und den Garten gezeigt und fuer indische Verhaeltnisse sah alles sehr aufgeraeumt und auch einigermassen 'wohlhabend' aus. Die Vaeter sind zusammen Inhaber einer kleinen Apotheke (medicineshop). Unser Besuch war eine sehr grosse Ehre fuer die Familie-alle haben uns begruesst und wir haben ein grosses, leckeres Essen serviert bekommen. Indische Gastfreundschaft drueckt sich ausserdem in der Geste aus, den Gast zuerst essen zu lassen und ihm dabei zuzugucken und selbst dann spaeter zu essen. Das war uns etwas fremd und unangenehm, weil die Kinder ziemlich dollen Hunger hatten, glauben wir und wir sind es eben anders gewoehnt. Wir haben uns aber bemueht, das zu uebersehen und diese Freundlichkeit nicht als unangenehm zu empfinden, denn wir sind ja in Indien und nicht in Europa. Ziemlich bald nach dem Essen sind wir (und die 2 Schwestern, die mit waren) auch wieder abgetueffelt- auch typisch indisch. Vor dem Essen verbringt man Zeit zusammen (wir haben mit den Kindern gespielt und uns unterhalten) und danach ist das Treffen ziemlich zu Ende. Dann konnten die Kinder auch essen, was wir ganz gut fanden:).
Diese Einladung war auf jeden Fall unglaublich nett und wir moegen die Maedchen allesamt sehr gern.

Heute war auch gleich schon wieder die naechste Feierlichkeit (schon wieder ein Jubilaeum), bei der wir ploetzlich einen jungen New Zealaender in der Kirche entdeckten! Er ist auf der Durchreise und heute haben wir ihm schon ein bisschen Hazaribag gezeigt. Er hat sehr interessante und spannende Sachen von seiner Reise erzaehlt und sein Englisch ist ganz ungewohnt:) Da haben wir erstmal gemerkt, wie eingeindischt wir schon sprechen- ohne Artikel und mit verquerer Satzstellung....Aber das gibt sich ja wieder...:)

Also fuers erste die allerherzlichsten Gruesse!!!
Und frohen ersten Advent,
von Juju und Cosi

Hier noch ein paar Fotos:
                                                                  Juju auf Skootie tour


Bei der Krippenspielprobe- wegen der vielen Moskitos draussen in unserem Zimmer- auf Cosis Bett...


                                                           Canary hill- Juju und Cosi


                                                                       Mit father George


Bei Sudhans Familie (Sudhan links hinter Juju, in rotem Shirt); links Sudhans Tante, rechts im Bild ihre Mutter
                                                 links von Juju Sr. Agnes, dann Sr. Tacilla


                                                                            Canary hill

                                                      Hausaufgabenstunde der Hostelgirls

Samstag, 27. November 2010

Dato und die Natur Indiens

Liebe Freunde,

so nach der wunderbaren Geburtstagsfeierei ist nun wieder der Alltag eingekehrt. Dazu will ich heute aber gar nichts schreiben, denn dies wird Cosi morgen tun.

Viel mehr will ich euch von einem Ausflug in eine andere Welt und von der Natur die uns umgibt und mit der man hier lebt berichten.

Letzte Woche hatten wir die Chance mit einer Schwester in ein Dorf in der Umgebung zu fahren, in dem man staune auch eine Konvent der Sisters ist. Dieses besagte Dato liegt ca. 25 km westlich (???) von Hazaribag, man braucht aber 1,5 h um dort hin zu gelangen. Der Grund hier fuer ist, dass man nicht wirklich von einer Strasse sprechen kann, die da hin fuehrt und es endlos durch die tiefste Wildnis bergauf- und ab geht. Je weiter man sich von Hazaribag entfernte, desto mehr hatte man das Gefuehl weiter in die Vergangenheit der Menschheit vorzuruecken, aber wir hatten uns getaescht. Denn es gibt immernoch eine Menge Menschen auf dieser Welt die genau in diesem Moment auf engstem Raum in einer Lehmhuette leben und unter einfachsten Lebensbedingungen so einen gluecklichen Eindurck machen, wie ich ihn bei wenig Menschen in unserer Zivilisation gesehen habe.

Eine Schwester und ein Father nahmen sich wirklich viel Zeit um uns die Gegend zu zeigen und uns im christlichen Teil des Dorfes herum zu fuehren.
In diesen Doerfern leben die Menschen naemlich nach Religionen getrennt. Im einen Teil leben die Hindus, im anderen die Moslems und im dritten die Christen. So kommt es natuerlich auch zu weniger Konflikten was sichlich gut ist, denn die gibt es definitv.


Wie ich bereits gesagt habe haen es uns die Zufriedenheit und der Fleiss der Menschen dort wirklich an getan. Jede Grossfamilie hat ein paar kleine Felder, die sie bestellt und natuerlich duerfen Huehner, Ziegen, Bueffel, Kuehe und Schweine nicht fehlen. Doch Betten, nein so etwas gibt es hier nicht. Uebrigens hier gibt es nur Strom, wenn die
Sonne scheint, denn alles wird mit Sorlarenergie berieben!!
Diese Menschen leben mitten im Paradies der Natur. Rigs herum um das Dorf ist das Land natuerlich von der Landwirtschaft gepraegt, es hat wirklich einen biblischen Charakter. Verlaesst man aber diese Region gelangt man in den tiefsten un durch dringbaren Djungel. Bei einer Familie die wir besuchten sagen Stacheln von einem Stachelschwein auf dem Boden, als wir sie fragten woher diese stammten sagten sie: sie haetten es erlegt und die Stacheln als Deko aufgehoben.... ich wuerde sagen das spricht Baende, oder? Bei einer anderen Familie lag ein Baby draussen auf einer Matte und die Fliegen sassen ueber all auf ihm. Als ich nach dem Namen fragte, wurde mir geantwortet das es noch keine haette. Ich weiss gar nicht warum ich das schreibe, aber irgendwie hat es mich wirklich bewegt. Es war wirklich ein wunderbarer Ausflug, der uns auch im Nachhinein noch sehr beschaefftigt hat. Natuelich wusste man theoretisch, dass es so in laendlichen Regionen so aus sieht, aber wenn man dort ist kann man es einfach ueberhaupt nicht fassen. Und auch wenn die Menschen wirklich arm sind, ist es glaube ich nicht das schlecheste Leben was sie fuehren.

Zurueck zur Natur. Nicht nur in Dato ist uns aufgefallen wie wunderbar die Natur hier ist. Jeden Tag rauschen ein Dutzend Adler und drei Dutzend Papagein in direktester Naehe ueber unsere Koepfe hinweg und im Baum, auf den wir aus unserem Zimmer blicken, ist wirklich ein Geier Nest. Es ist einfach unglaublich. Auch die Blumen- und Pflanzenvielfalt ist schlicht und ergreifend um werfend. Ich moechte jetzt gar nicht so viel darueber schreiben. Ich habe einfach versucht es fuer euch in ein paar Bildern einzufangen. Doch eines noch: hier gibt es 10cm grosse Riesenheuschrecken und handgrosse Spinnen. :P



Blumen im Garten von einem Konvent

  Arbeiterin beim Ernten

Bananenbluete

Liebste Gruesse aus Hazaribag
Eure Cosi und Julia

Dienstag, 23. November 2010

18!




Hallo ihr Lieben,

ja ja heute ist es endlich so weit. Jetzt ist die kleine Julia auch erwachsen.... momentan weiss ich noch nicht ob ich das gut finde oder nicht, so viel Verantwortung und so... aber das wird sich jetzt dann ja mal zeigen!

Super gut finde ich auf jeden Fall meine Geburtstag... Cosi hat sich wahnsinnig viel Muehe gemacht und die Schwesten sind auch suess. Ausserdem habe ich noch nie so viele Haende an meinem Geburtstag geschuettelt wie dieses Jahr (alle Schueler beider Schulen wissen irgendwie bescheid, fragt mich nicht wieso!)

Naja will jetzt nicht die ganze Zeit vor dem Computer sitzen, ich hoffe ihr versteht das. Deshalb habe ich einfach ein paar Fotos angehaengt, die die Stimmung heute glaube ich ganz gut wiederspiegln. Natuerlich vermisse ich auch die Heimat und euch alle heute ganz besonders, aber ihr habt euch wirklich mit Post und so weiter wirklich sehr viel Muehe gegeben. Ich habe mich riessig gefreut. Danke hier fuer! Vielleicht entdeckt ihr den ein oder anderen Brief auf einem Foto gleich wieder!

Ganz liebe Gruesse und Kuesse von einer ganz gluecklichen Julia. Ich bin sehr froh das der Tag noch nicht rum ist, das waere echt schade! Also noch einmal danke dafuer, dass ihr alle heute an mich denkt, obwohl ich so weit weg bin! Ich fuehle mich sehr geehrt!




Eure Julia

So noch ein kleiner Nachtrag:

Ich bedanke mich wirklich ganz besonders bei meiner Lieben Cosi, dass sie den Tag so wunderbar gestaltet hat und ich bin ganz erfuellt von den Erlebnissen! Aber natuerlich auch herzlichen Dank an alle die ebenfalls dazu begetragen haben, so die Schwestern, die Schueler und alle die an mich gedacht haben! DANKE

Gestern morgen haben wir mit den Schwestern eine Messe gefeiert, die nur auf meine Geburtstag ausgerichtet war, das war sehr ueberwaeltigend und ruehrend, somit begann mein Geburtstag recht traenenreich... Das ausfuerhliche Fruehstueck mit selbstbackenem Apfelkuchen staerkte aber schnell meine Nerven und Ich lass die liebe Post die sich eingefunden hatte und packte ein paar kleine, aber feine Geschenke aus! :P
So gegen 9 Uhr kam dann auch genau rechtzeitig das Paeckchen von meine Eltern an, was mich natuerlich insgeheim freute.

Als ich zum Schulbeginn ins Lehrerzimmer kam, standen alle Lehrer da uns sangen fuer mich und gratulierten mir, ausserdem hatten sie meinen Platz wirklich ruehrend geschmeuckt. Aber auch die rund 2000 Schueler gratulierten mir fast alle im Laufe des Tages!

Am Nachmittag sangen und tanzten die Hostelgils noch fuer mich, was wirklich so suess war und wir assen alle Kuchen zusammen (ich hatte zum Glueck Kuchen fuer alle Hostelgirls bestellt). Es war so schoen.
Zum Abendessen hatte Cosi Sister Clarentia (eine schweizer Schwester) und Father George (ein sehr lieber Pfarrer, der auch deutsch kann) eingeladen und wir assen alle zusammen mein Lieblingsessen Panil! Himmlisch... Zum kroenenden Abschluss gab es noch ein wunderschoenes Feuerwerk.

Es war ein fantastischer Tag und er war einfach perfekt. Er war gespickt von kleinen, so liebenswuerdigen Gesten, dass ich wirklich teilweise beschaemt war. Ich bin sehr gluecklich und zufrieden.
Ich hoffe ich konnte euch jetzt kurz zusammenfassen was gestern so passiert ist und die Bilder, sagen glaube ich auch recht viel aus! Ich habe auch ein Bild von dem definitiv kreativsten Geschenk eingefuegt. Ich habe naemlich einen riesen Pumpkin (ich glaube eingentlich nicht das es ein Kuerbis ist, aber so nennen sie das) bekommen, auf dem stand: "Happy Birthday Julia" Zum Gluck muss ich ihn aber nicht kochen und vor allem nicht alleine aufessen!

Liebste Gruesse noch einmal von einer verzauberten Julia

Freitag, 12. November 2010

Chatt!


So es gibt mal wieder Neuigkeiten aus Hazaribag!








 Nach einer recht anstrengenden Woche mit viel unterrichten, shoppen und spielen, sind nun erst einmal wieder Ferien :). Also Deutschland macht definitiv irendetwas falsch, ich hatte zu hause nie so viel frei :P. Die Hindus feieren naemlich in diesen Tagen Chatt. In dem Staat Bihar und bei uns in Jharkhand hat dieses Fest eine besonders grosse Bedeutung. Die Festtage sind dem Sonnengott gewidmet und die Hauptzeremonien finden auch zu Sonnenauf- und untergang statt. Je eine Frau einer Grossfamilie muss in dieser Zeit 24 Stunden auf Essen und Trinken fasten. Am Nachmittag zieht die ganze Familie, begleitet von Gebetsgesaengen und Opfergaben, dann zu Fuss zum Wasser (Teich oder Fluss). Die Auserwaehlte wird dann zum Sonnenuntergang ins Wasser steigen, dreimal untertauchen und dann sich mit Obstkoerben und Milch im Kreis drehen. Das ganze wird mit Feuerwerkskoerpern und den restlichen Familienmitgliedern kraeftig unterstuetzt. Anschliessend zieht die Familie wieder nach Hause, wo sie die ganze Nacht durch singen, beten und tanzen. Zum Sonnenaufgang sind sie dann wieder am Wasser, wo die ganzen Zeremonie noch einmal wiederholt wird.

Wir hatten die Ehre dieses Fest live mit erleben zu koennen. Eine Lehrerin, Miss Neema, hatte uns zu ihrer Familie eingeladen. So fuhren wir gestern, natuerlich im Saree, zu ihr hin und begeiteten die Familie waehrend der ganzen Zeremonie. Die Stimmung war einfach unbescheiblich. Wenn einfach hunderte von Familien diese Zeremonie gleichzeitig durchfuehren und die Sonne waehrend dessen langsam untergeht, ist es einfach berauschend. Man hatte wirklich das Gefuehl, die Menschen verneigten sich vor der Sonne und die Sonne sich vor ihnen. 

Natuerlich ist diese Religion einfach so einer andere als unsere und oft ist es auch schwer fuer uns jetzt den Sinn in dieser voellingen Hingebung zu sehen. Aber sie ist definitiv wunderschoen und sie schaenkt den Menschen Kraft. Ueber die Ferien sind auch ein paar Maedchen, dessen nach Hauseweg zu lang fuer die paar Tage ist, in dem Hostel geblieben. So sind wir auf die Idee gekommen ihnen bezubringen wie man Freundschaftsarmbaender knuepft. Wir haben wunderschoene, bunte Faeden gekauft und haben es ihnen in einer ruhigen Minute beigebracht. Es hat wirklich wahnsinnig viel Spass gebracht. Wie wir alle so meditativ einfach nur da sassen und vor uns hin genuepft haben, frei von irgendwelchen sparchlichen und kulturellen Bairerren war wirklich grossartig. Nun ist es der Plan, dass wir mit den Hostelgils ein Krippenspiel fuer Weihnachten einueben werden. Ich denke, dass ist wirklich einen schoene Idee und wir haben ein Ziel vor Augen. Ich hoffe es klappt auch wirklich, das weiss man immer nicht so genau. Zwar ist ihr Englisch wirklich sehr rudimentaer, vor allem das Sprechen, aber einen Text auswendig lernen kann man ja immer. Ich habe auch in der dritten Klasse irgend ein Englisches Theaterstueck auf gefuert und wusste nicht so genau was ich sage.... :) Naja mal sehen wie sich das angehen laesst. 

Inzwischen sind wir auf jeden Fall schon richtig indisch geworden. Das Saree binden wird immer einfacher (ein bisschen Hilfe ist immer noch willkommen) und Einkaeufe auf dem Bazar erledingen wir auch meistens ohne Begleitung. Manche Menschen erkennen uns sogar schon wieder und freuen sich wenn wir sie besuchen kommen, so zum Beispiel der Postofficer.... :). Es tut gut, wenn man schon Leute kennt und weiss an wen man sich halten muss, wer Englisch kann und wer einem weiter helfen kann. Das erleichtert doch einiges und erspart einem Frustation, wenn was nicht klappt. 
Ja so weit so gut. Jetzt sind erst mal Ferien. Vielleicht werden wir diese Woche mal in ein anderes Projekt rein schnuppern. Aber es wird schon was um die Ecke kommen. Immer wenn man denkt. Ohhh Gott, was soll ich denn jetzt nur machen, hat jemand eine Idee und es gibt was zu tun. 
Ich sende euch ganz liebe Gruesse und Sonne nach Deutschland (ich habe bis auf mein Geburtsjahr, noch nie so einen warmen November erlebt, es ist herrlich!)
Ach so einen Bitte haetten wir noch. Wir haben ein kleines Problem mit dem empfangen von SMS. Es ist zwar wirklich nett, wenn ihr uns eine schickt, das Problem ist nur, dass wir sie ca. 100mal empfangen. Das ist doch manchmal echt nervig, weil das dann garnicht mehr aufhoeren will, bis die naechste kommt. Deshalb die Bitte: Schickt uns keine SMS, ruft uns doch kurz an; mit der Billigvorwahl kostet das auch nur 2ct pro Minute. Wir freuen uns immer sehr von euch zu hoeren!

Eure Cosi und Julia

Montag, 8. November 2010

Eine Woche weiter...November!

Hallo liebe Leute!

Nun ist schon wieder eine Woche vergangen und wir wollen ein wenig berichten!
Es ist wieder etwas waermer geworden hier im indischen Hazaribag und die Moskitos denken gar nicht daran, sich zu dezimieren. Wir lassen uns davon aber natuerlich gar nicht aus der Ruhe bringen- und lernen jeden Tag Neues kennen.
Letzten Freitag hatten die Schueler frei, wegen des grossen Diwali-Festes der Hindus. Aber nicht nur Hindus feiern dieses wunderschoene Lichterfest, sondern auch alle anderen Religionen nehmen Teil und machen fleissig Laerm mit lauten (!) Feuerwerkskoerpern. Ausserdem werden ueberall auf den Flachdaechern und in den Fenstern Oel- und Wachslaempchen aufgestellt, was einen wunderschoenen Anblick gibt. Das war wirklich nett anzuschauen und hat uns sehr an Sylvester erinnert, aber nach 2 Tagen durchgehender Boellerei hatten wir auch genug und die Inder glaube ich auch. Die Hindus feiern uebrigens die Rueckkehr eines Gottes aus dem Exil und dessen Sieg ueber einen anderen, boesen Gott. Die Lichter sollen Reinheit in der Seele und Harmonie zwischen den Menschen symbolisieren und schaffen.
Am Freutag steht auch schon das naechste grosse Fest an: Chatt. Dafuer gibt es sage und schreibe eine ganze Woche schulfrei. Wir sind gespannt und bewundern die indische Feierlaune!
Am Sonntag waren wir ein bisschen ausserhalb von Hazaribag auf einer Jubilaeumsfeier zweier Schwestern eingeladen und durften einen sehr schoenen Gottesdienst miterleben. Zwar war alles auf Hindi, sodass wir nichts verstanden haben, aber die Musik und die Taenze waren sehr schoen und irgendwie war das Ganze sehr meditativ. Es fand in einem Konvent statt, das mit ganz vielen anderen Konvents auf einem Grundstueck von 150 acres angelegt ist. Drumherum sind Wiesen und Felder mit Mango- und Bananenbaeumen und Kuehen und Ziegen. Paradiesische Landschaft! Und auch die fahrt dorthin hat uns sehr gut gefallen-uebers Land und durch die Doerfer. Davon wollen wir unbedingt noch mehr sehen!
In der Schule unterrichten wir jetzt zunehmend auch ganz alleine. Letzte Woche haben wir viel in der 4. Klasse unterrichtet und gestern das erste Mal auch die 5. Klasse und sogar die Vorschulkinder in Mathe (die ja fast gar kein Englisch sprechen)! In der 4. und 5. Klasse klappt das eigentlich sehr gut (die 5. Klaessler sind besonders neugierig und pubertaer albern) und macht auch wirklich grossen Spass! Und die Vorschulkinder sind unglaublich niedlich, aber sehr unruhig und die Kommunikation gestaltet sich eben etwas schwierig. Aber irgendwie versteht man sich doch einigermassen! Gestern haben wir mit der einen Vorschulklasse in der "games-lesson"Wettrennen gespielt und sie haben relativ schnell verstanden, worum es geht:). Der Gewinner bekam eine kleine Suessigkeit. Was sehr gut klappt ist zum Beispiel auch das alte "Pferderennen" Spiel- falls ihr euch erinnert:)! Das macht ihnen grossen Spass. Und Singen ist auch immer gut, obwohl sie dabei auch sehr albern werden manchmal. Dann hilft nur noch die Ansage:"sit down, head on the desk!" und das hindische: "Chub raho!" (Ruhe!)- haben wir von den Lehrern gelernt. Uebrigens schaeuen sich die Lehrer nicht, auch mal ihr Lineal fuer einen zurechtweisenden Klapps einzusetzten(nur in den Vorschulklassen bis zur 2. hoechstens), was wir nicht uebernehmen werden! Ansonsten ist das Schueler-Lehrer-Verhaeltnis sehr liebevoll, soweit wir es beurteilen koennen.
Julia und Ich lernen auch immer mehr die "indische Art" kennen und dass es wirklich manchmal ganz anders zugeht als in Deutschland! Das ist immer noch gewoehnungsbeduerftig. Lehrer kommen auch mal einfach nicht zur Schule, Schneider brauchen zum Schneidern eine Woche anstatt von 2 versprochenen Tagen und haben dann falsch genaeht und ein Volleyballkurs, den wir uebernehmen sollten und den wir sehr gern geleitet haetten, wird im letzten Moment doch noch von einem father uebernommen. Tja, so ist es wohl- wir lernen, damit umzugehen.
Ansonsten geniessen Julia und ich unsere Zeit wirklich sehr und freuen uns auf alles, was kommt! Wir haben schon viel auf unserer Das-wollen-wir-unternehmen-Liste; zum Beispiel ganz schnell noch mal einen leckeren Lassi trinken bei dem einzigen Stand, der ihn in ganz Hazaribag um diese Jahreszeit noch verkauft und den wir letzte Woche entdeckt haben!
Wir senden allen ein bisschen indische Novembersonne und hoffen, euch allen geht es gut!

Liebste Gruesse!
Julia und Cosima. 



                                             Julia und Schwestern beim Saree-Einkleidungsakt


                                                 Julia und Schwestern bei der Jubilee-Feier


                                                             Cosi und Hirte auf dem Feld


                                                    Hostelkinder beim Spielen nachmittags


                                                               Hund auf Nahrungssuche