Freitag, 31. Dezember 2010

Zum neuen Jahr!!

Liebe Leute!

Nun ist tatsaechlich schon wieder ein ganzes wahnsinnig ereignisreiches Jahr um und wir schreiben den 1.1.2011!! Was fuer ein tolles Datum :). Julia und Ich haben mehr oder weniger ruhig ins neue Jahr geschlafen (wir wurden Gott-sei-dank von Anrufen aus Deutschland geweckt) und haben mit einer Morgenmesse heute um 7 Uhr den Neujahrstag begonnen....So frueh waren wir an Neujahr noch nie auf den Beinen...

Die letzten Tage des Jahres 2010 haben wir in Tarwa verbracht, einer Aidshilfestation der Schwestern.
Tarwa ist ein ziemlich grosses Gelaende der Schwestern mitten im indischen Kleinbusch. Ein grosser Garten mit einer einsamen Kuh, die Julia sehr liebgewonnen hat, und vielen Aloevera-Pflanzen und Gemuese und Obst umringt das ziemlich grosse Krankenhaus.
An die 100 Patienten koennen hier aufgenommen und betreut werden, im Moment waren aber nur ca 20 auf Station. Die Instituion ist nur fuer Aidskranke- und diejenigen die daraus folgend an Tuberkulose, Hepatitis oder anderen schlimmen Krankheiten leiden. Die 5 Schwestern und ca 30 Mitarbeiter betreuen Aidskranke der Region. Sie verteilen Medikamente an die Patienten, machen Hausbesuche in den Doerfern und Aufklaerungsarbeit und Praevention. Patienten, denen es sehr schlecht geht, koennen max. 14 Tage hier auf Station betreut werden- und der Staat bezahlt alles. Auch die Medikamente sind kostenlos!! Fuer alle!!!! Wir waren beeindruckt....


An einem Tag haben wir einen field-service-trip gemacht, der unglaublich abenteuerlich und beeindruckend war. Wir haben Einblick in die aermsten Doerfer und Lebensverhaeltnisse bekommen und den Kampf gegen Aids hautnah miterlebt. Die Mitarbeiter besuchen in regelmaessigen Abstaenden die Patienten und versuchen dafuer zu sorgen, dass alle ihre Medikamente regelmaessig nehmen und auf ihre Gesundheit achten. Das ist eine unglaublich muehsehlige Angelegenheit, weil die Menschen groesstenteils den Wert dieser freien Medikamente gar nicht schaetzen koennen. Viele nehmen ihre Medizin einfach nicht ein, besorgen sie sich nicht von den Ausgabestellen, weil sie zu weit entfernt wohnen und die Kraft, das Geld und die Zeit nicht haben, ihre Arbeit im Stich zu lassen und sich die Medikamente abzuholen. Wenn sie dann Erkaeltungen oder aehnliches bekommen, ruhen sie nicht und laufen trotzdem in duennsten Sareestoffen durchs Land. Und wenn sie dann so krank sind, dass sie sich nicht mehr selbst verpflegen koennen, sterben sie oder sie werden in Tarwa wieder aufgepaeppelt. So weit das in 14 Tagen moeglich ist.
Wir koennten uns glatt aufregen ueber diese Verantwortungslosigkeit und Schlumerei, mit der diese in der ganzen Welt so wichtigen und teuren Medikamente behandelt werden!!! Der Grund liegt wahrscheinlich wieder in mangelnder Bildung... Denn eigentlich ist es ja toll, dass der Staat diese Medikamente stellt.

                                                                    auf dem field-trip

                                                 ein kleiner Spaziergang durch den Busch:
                                                                                                             



Wir haben gesehen, wie Aidskranke von der Gesellschaft ausgeschlossen werden und wie schon kleinste Kinder infiziert, hustend  und schreiend durchs Krankenhaus laufen, mit infizierten Eltern oder als Teil- oder Vollwaisen. Wir haben wirklich aermste Verhaeltnisse in den Doerfern gesehen und Menschen, die nur noch Haut und Knochen waren.
Aber mit diesen erschreckenden Bildern haben wir die Arbeit der Schwestern und ihrer Institution kennen gelernt und darin sehr viel Zuversicht und liebevolle Sorge fuer die Menschen gesehen. Es ist bewundernswert, wie ausdauernd die Mitarbeiter Patienten suchen und betreuen und mit was fuer einer Geduld sie mit ihnen sprechen. Es scheint ein so aussichtsloser Kampf zu sein, aber die Krankenschwestern und Berater sind voller Energie und versuchen jedem Einzelnen so gut wie moeglich zu helfen! Das ist unglaublich schoen zu sehen.

Mit dem Krankenhaus haben die Schwestern nun eine Schule fuer Aidswaisen und infizierte Kinder hier in Hazaribag aufgebaut. Es ist alles noch in den Anfaengen und ziemlich einfach und aermlich, aber die Schule soll wachsen, damit die Kinder eine Chance und ein zuHause bekommen. Wir halten das fuer ein grandioses Projekt! Viele der Mitarbeiter sind auch infiziert, aber in einem stabilen Stadium; bekommen im Krankenhaus einen Arbeitsplatz und koennen gleichzeitig anderen Kranken helfen. Auch das ist doch eine tolle, hoffungsgebende Idee!

Neben diesen unbeschreiblich intensiven Erfahrungen haben Julia und ich uns sehr gut erholt auf dem Land. Wir haben die Kuh gemolken, Grass geschnitten und die wunderschoenen Sonnenuntergaenge genossen. Es war paradisisch. Die Landschaft hier in Jharkhand ist biblisch schoen und wir haben erfahren, dass es auch Elefantan gibt!!! Leider haben wir noch keinen zu Gesicht bekommen...Aber; neues Jahr, neues Glueck!



Hoffentlich hattet ihr alle einen fabelhaften Rutsch und seid wohlauf! Wir wuenschen euch das Beste!

Julia und Cosi schicken ein Sonnenuntergangsherz aus Tarwa...alles Liebe!

Samstag, 25. Dezember 2010

Gesegnete Weihnachten!

Liebe Freunde!

Nun ist zwar schon der 2. Weihnachtstag, aber passend zu Weihnachten ging naturlich das Internet nicht. Deshalb nun ein bisschen verspaetet: Frohe Weihnachten und ein erfuelltes und erlebnisreiches Jahr 2011!


Unser Weihnachten begann diese Jahr mit der Auffuehrung unseres Krippenspiels am 22. Dezember. Lang erwartet lief unsere Auffuehrung grandios, die Maedels waren einfach spitze! Leider waren die externen Techniker das gegenteil von unseren Maedchen, sie waren naemlich totale Nieten. So war die Auffuehrung leider etwas gestoert von nicht funktionierenden Mikrophonen und Rueckkopplungen... Macht nichts! Das wichtigste ist, dass wir es im wahrsten Sinne des Wortes geschafft haben das Krippenspiel ueber die Buehne zu bingen und das mit grossem Erfolg. Die Schwestern, die Schuellerinnen, die sonst immer ueber die schlechten Englischkenntnisse der Hostelers laechel, ja sogar der Bischoph waren begeistert!

Am 23. ging dann die Weihnachtsdekoration los! Oh wir sagen euch, so etwas habt ihr in eurem Leben noch nicht gesehen. Der ganze Konvent ist voller Girlanden und Glitzer, es gibt keine undekorierte Stelle mehr. Die Krippe ist so voll gehaengt, dass man das Jesuskind nicht mehr sehen kann....Naja jedem eben sein Geschmack! :P Wir waren uebrigens mitten dabei. Durch unser ueberindische Koerpergrosse eigenten wir uns hervorragen als Aufhaenger und wir bastelten stundenlang eine Flamme aus Styropor fuer die Kapelle, in der nun die Mutter Gottes steht.

Weihnachten selbst war echt richtig schoen. Natuerlich plagte uns im ein oder anderen Moment auch mal das Heimweh sehr stark, aber wir beschaeftigten uns tagsueber mal wieder mit Backen. Ja das ist hier ein ganzes Tagesprogramm. Dieses mal backten wir in der Kueche des Hostel, die noch simpler ist. Da es hier keine Vanille und Mandeln gab, gab es eben statt Vanillekipferl, Zimtkipferl! Wir fragen uns warum sonst noch keiner auf die Idee gekommen ist, denn sie schmecken in der Tat himmlisch. Leider fiel natuerlich immer wieder der Strom aus, sodass wir fast das Gebet der Schwestern um 18 Uhr verspassten und die letzte Ladung verbrannte. Das Gebet war fuer uns der schoenste Teil von Heiligabend. Es war ein kleines sehr einfaches, improvisiertes Krippenspiel organisiert, bei dem wir Hostelkeeper waren. Es war sehr beeindurckend und stimmungsvoll. Wir beteten Gebete mit den Schwesten und untermalten ihr Lieder mit Floete und Piano. Wir waren wirklich sehr bewegt und fanden es wirklich schoen! Anschliessend assen wir alle zusammen abend und gingen dann in unsere Zimmer.Wir hatten unsere kleine aber feine Bescheerung und legten uns noch einwenig zu schlafen vor der mitternaechtlichen Mette.
Die Messe war wirklich auch sehr schoen. Eben deutlich anders als zu hause und auf Hindi, aber es wurde viel gesungen und endlich gab es mal ordentlichen Weihrauch statt Raeucherstaebchen! Muede fiehlen wir dann um 2:30 in unsere Betten uns schliefen auch sehr schnell ein.
Am naechsten Morgen druften alle die wollten ausschlafen und ein schoenes spaetes Weihnachtsfruehstueck geniessen. Die Stimmung am Weihnachtstag gestern war wunderbar, alle waren ruhig und entspannt. Ganz, ganz viel Besuch kam und ging den ganzen Tag, der Bischof war nochmal da, sowie viele, viele Schwestern und fathers und Bekannte und Verwandte. Wir haben den Tag vertieft in unsere Buecher, schlafend und doesend genossen! Zwischendurch haben wir noch ein bisschen musiziert und gesungen. Alles in allem war es also ein sehr schoenes Fest!

Heute findet im Bischofshaus noch ein grosses weihnachts- gathering statt, bei dem unsere Konvent-Gemeinschaft ein kleines Liedchen vortraegt und wir wieder mit floete und Xylophon (hat eine schwester noch ausgegraben!) aktiv werden. Und dann sind alle Weihnachtsfeiern wahrscheinlich fuers erste bewaeltigt.

Nun wuenschen wir euch allen noch einen gemuetlichen, besinnlichen 2. Feiertag im Kreise eurer Lieben und hoffen, dass es allen gut geht! Wir sind gluecklich, hier mal ein ganz anderes Weihnachten zu erleben, freuen uns aber auch schon wieder auf das alte, gewohnte:).

Mit ganz herzlichen, lieben Weihnachtsgruessen an alle!
Eure Julia und Cosi!

Montag, 20. Dezember 2010

Was machen die beiden eigentlich die ganze Zeit?




Hallo ihr Lieben,

ja ja wir wissen, wir haben uns schon lange nicht mehr gemeldet. Entschuldigt, bitte. Das liegt aber werder daran, dass es uns irgendwie nicht gut geht, noch an den technischen Bedingung. Der Grund liegt einfach daran, dass die Zeit wahnsinnig rennt. Gestern ist uns auf gefallen, dass uns nur noch fuenf Wochen bei den Schwestern bleiben. Die Zeit vergeht hier so viel schneller als in Deutschland. Kaum ist man morgens aufgestanden, gibt es schon wieder Mittagessen, Tee, Abendessen, schnell wird noch der Tagebucheintrag gemacht und man faellt voellig erschoepft ins Bett... Aber was passiert zwischen drin.

Seit einer knappen Woche ist unsere Taetigkeit bei den Pre-Candidates leider erst einmal vorerst beendet, da sie ueber Weihnachten nach Hause fahren. Eigentlich kam uns das aber ganz gelegen, da wir realisierten, wie viel noch fuer unser Krippenspiel zu machen war. Die St. Roberts School laeutet auch schon sehr frueh ihrer Weihnachtsferien ein, sodass nur die Hostelmaedchen, die bei unserem Krippenspiel mitmachen blieben. Perfekt! So wurde die Probenfrequenz von einmal taeglich auf zweimal taeglich hoch geschraubt und wir hatten ganz viele kleine, liebe, zuckersuesse Stern-Schneide-Helferlein. Die Zeit verging im Nu. Engelfluegel, Heiligenscheine, Eselohren, diverse Kronen wurden zur Massenware und den Text koennen wir nun auch alle im Schlaf auf sagen.

Ausserdem haben sich in der Zwischenzeit drei Australier in Hazaribag, in der benachbarten St. Xavier School (eine Jesuitenschule) verirrt, die hier eine sechswoechige Erfahrungsreise machen. Sie sind wirklich sehr nett und sind gute Baskeballmitspieler. Denn dieser Sport steht inzwischen auf unserem Wochenplan und macht mit drei unterschiedlichen Nationalitaeten besonders viel Spass. Hinzu kommt, dass es ab und zu auch mal ganz gut tut schoenes Englisch zu Ohren zu bekommen. Letzten Samstag war dann noch der Sportsday (so etwas wie Bundesjugendspiele) in der St. Xavier School, was ein ziemlich grosser Event war. Naturlich haben wir uns das nicht entgehen lassen und haben zu geschaut. Allgemein waren wir sehr beeindruckt, aber auch zu gleich schockiert. Selbst die kleinsten Kinder aus der Vorschule maschierten schon in einem Minuten langen sogenannten "Mass Driss" in einer koplizierten Schrittfolge wie beim Militaer. Das ist echt krass und so unnatuerlich zu gleich. Trotzdem moegen wir die Schule, da sie wirklich sehr gute Arbeit macht. Auch wenn sie durch ihre hohen Schulgebueren viele Kinder ausschliesst, gibt sie ihren Schuelern eine exterm gute Bildung, die sie dann spaeter hoffentlich nutzen.



Zurueck zum Krippenspiel. So jetzt sind es nicht einmal 48 Stunden mehr bis zur Auffuhrenung und die Spannung steigt. Inzwischen haben sogar fast alle Kinder ihre Kostueme und die Buehne sieht auch ganz gut aus! Nun hoffen wir noch dass es gerade Strom gibt, wenn die Auffuehrung ist, denn ansonsten wird alles ziemlich dunkel und leise. Allgemein sind wir aber schon ein wenig stolz, dass wir das alles fast ganz ohne Hilfe von Aussen auf die Beine gestellt haben. Es war ein wunderbares Projekt fuer uns. In der Uebephase haben wir die Hostelmaedchen viel besser kennengelernt, haben sie total lieb gewonnen und ich zumindest bin nun kein Einzelkind mehr! :) Auch die Maedchen sind zusammen gewachsen und in zwischen hat sich ein richtig Gruppenfeeling entwickelt. Wirklich so schoen!

Also wir wuenschen euch ruhige und stimmungsvolle letzte Adventstage. Lasst euch nicht stressen von irgendwelchen Im-letzten-Moment-Geschenk-besorg-Aktionen und wir denken in diesen Tagen ganz viel an euch! Nein, wir wuenschen euch nun noch nicht gesegnete Weihnachten, wir melden uns zu vor noch mal. Versprochen!

Allerliebste Gruesse aus dem Indien, dass sogar "Weihnachts-Plaetzchen" fritiert...
Eure Cosi und Julia

Freitag, 10. Dezember 2010

Bilder Bartua







...Noch ein paar Eindruecke aus Bartua.....
Mittlerweile scheint hier in Hazaribag nach drei Tagen Regen wieder die Sonne und wir haben erstmal gewaschen. Das war bitter noetig:)
Soweit, liebe Gruesse!

Mittwoch, 8. Dezember 2010

BARTUA!!!!

Liebe, liebe Leute!

Wir sind zurueck von einem  WUNDERSCHOENEN Ausgflug aufs Land. Gestern Mittag sind wir mit Sr. Agnes und Sr, Anupa in stroemendem Regen hier aus Hazaribag losgezukkelt und heute Mittag in stroemendem Regen wiedergekommen. Zwischendurch haben wir insg. 5 Std. Achterbahn-Autofahrt ueber indische Landstrassen, die den Namen eigentlich schon nicht mehr verdient haben, erlebt und vieles, vieles mehr.

Zwar war auch in Bartua das Wetter nicht sonnig, aber das hat uns ueberhaupt nicht gestoert, weil die Atmosphaere in dieser ruhigen, friedlichen Einsamkeit durch den bedeckten Himmel einfach maerchenhaft war!
Bartua: das ist ein ziemlich kleines Schulgebaeude- klein, weil 850 Schueler dort unterrichtet werden, ein Konvent, in dem 3 Schwestern leben, und zwei, drei Nachbarshaeusschen. Die Schule ist ueber LUCY finanziert- alle 10 Lehrer, Schulessen, ein paar Schueler und das Gebaeude. Die Schwestern unterrichten dort und haben auch eine Miniminikrankenstation. Bis vor zwei Jahren haben sie noch in Lehmhaeusern gewohnt (jetzt lebt eine Lehrerin dort und die Raeume werden teilweise noch genuzt, so wie die Kueche); das wurde Juju und mir aber erspart, weil es jetzt aus Sr. Agnes' Verdiensten ein etwas groesseres 'richtiges' Haus gibt, in dem wir ein sehr gemuetliches kleines Zimmer bekommen haben mit schoenen warem Betten .

Wir wurden UNGLAUBLICH empfangen. Alle Schueler hatten auf unsere Ankunft gewartet (wegen der schlechten Strassen hatte es doch laenger gedauert) und haben dann fuer uns gesungen und getanzt. Sogar die Kindergartenkinder haben fuer uns einen Regenlied-tanz aufgefuehrt (passend zum Wetter)! Die Kinder hatten groesstenteils keine Schuhe und muessen einen Schulweg von ca. 2 Std (meistens noch ueber die Berge) zuruecklegen. Jeden Tag! Und das bei der Feuchtigkeit und Kaelte... Wir haben Zustaende gesehen, da bleibt einem der Atem weg... Juju und ich sind tief beruehrt von der Schoenheit und der Armut und der Herzlichkeit, die wir erfahren haben.

Wir haben mit den Sisters draussen am Feuer das Abendessen gekocht (sogar endlich mal Chapati selbst gemacht!), selbstgeerntete Guava, Papaya und Erdnuesse genossen und die Huehner und Haesschen auf dem Arm gehabt. heute Morgen haben wir einen Sonnenaufgangsspaziergang gemacht, der wunderschoen war, nur die Sonne hat man nicht gesehen.....

Bartua war wunderschoen und bald kommen mehr Fotos, jetzt muessen wir nur schnell wieder zum Unterricht, Ferien sind vorbei.......

Ganz ganz liebe, gemuetliche, erfuellte Gruesse
von Cosi und Julia!

Sonntag, 5. Dezember 2010

In der Weihnachtsbaeckerei....

Hallo ihr Lieben,

wir wuenschen euch allen einen wunderbaren, stimmungsvollen 2. Advent. Bei uns weihnachtet es auch so langsam, zumindest versuchen wir es. Heute vormittag waren wir auch schon brav 2,5 h in der Kirche. In der Messe ging es zwar weniger um Advent als um das Final Commitment der Schwesten (sie treten fuer ihr Leben lang in den Orden ein) aber Messe ist ja Messe.... :)

Aber auch wir duerfen jeden Tag fleissig Tuerchen oeffnen und die lekeren Platzchen aus dem Hause Mattner versuessen uns den Advent erheblich. Wir waren aber auch nicht untaetig. Dank Nicks telefonischer Rezeptberatung konnte ich gestern mich in der Kueche austoben. Seht das Ergebins doch selbst, leider ist kaum mehr was uebrig, sodass ihr sie leider nicht kosten koennt. Allerdings war die ganz Prodzedur etwas laenger als geplant, denn waehrend die erste Minifuhre in unserem Mini-Elektroofen war viel natuerlich, wie sollte es auch anders sein, der Strom aus. So war dich Kueche bis zum Nachmittag voller roher Plaetzchen, die auf den Strom warteten. Der Nachmittag wurde dann vor dem Ofen mit einem Buch im Babysitterstiel verbracht... sehr weihnachtlich finde ich. Naja wir haben hier ja zum Gluck Zeit fuer so etwas. Das ist das Wunderbare hier!

Da es hier aber zur Weihnachtszeit auch diverse koestliche Fruechte gibt, waren Cosi und ich auch zwischendurch mal auf Guava Suche und sind fuendig geworden. Wir haben die besten Guavas unseres Lebens geerntet und fuer die nachste Woche ausgesorgt. Das dachten wir zumindest. Irgendwie neigen sie sich schon verdammt dem Ende zu. Zum Glueck ist der Baum unerschoepflich... :)

Liebste Gruesse und einen schonen Adventssonntag.





Dienstag, 30. November 2010

1. Advent

So liebe Freunde,

Wegen mysterioesem Internetausfall komme ich erst heute, dem 30. November, zu einem Eintrag ueber die letzte Woche und unser ereignisreiches Wochenende!

Unser Alltag hat sich mal wieder etwas gewandelt- seid letzter Woche unterrichten wir naemlich die "Precandidates", junge Frauen in der Schwesternausbildung, in Englisch. Wir hatten drei Tage in der St. Robertshighschool unterrichtet, was wir aber schnell wieder abgebrochen haben, da wir das Gefuehl hatten, dass es weder den Schuelerinnen noch uns viel gebracht hat. Die Roberts-Maedchen sprechen leider einfach noch zu wenig Englisch, als dass wir irgendwie Ihnen weiterhelfen koennten. Ausserdem sind sie noch ganz andere Lehrmethoden gewohnt als Julia und ich. So haben wir mit der Oberschwester eine gute andere Loesung gefunden. Die Precandidates sind um die 20 jahre alt und sehr nette, aufmerksame Frauen. Die Klassenstaerke betraegt hier 14- nicht (wie in Roberts) 90. Angenehm. :)
Ausserdem sind wir ziemlich beschaeftigt mit unserem Krippenspielprojekt, was wirklich langsam schon Formen annimmt! Das macht uns grossen Spass- die Maedchen haben eine gute Englischuebung und auch Spass an der Sache, glaube ich, und wir lernen auch ziemlich gut Hindi dabei! (Wir versuchen naemlich immer mit Pantomime und unserem Hindi die Textinhalte zu verdeutlichen:) ).

Wir haben noch ein weiteres Hobby gefunden: naemlich Basketballspielen in der nahegelegenen St. Xaviousschool! Diese Highschool ist etwas besser ausgestattet als St. Roberts und verlangt aber auch mehr Schulgeld, also etwas elitaer. Die Schueler koennen dafuer aber auch sehr viel besser Englisch und man merkt schon an der Geschwisterzahl der meisten (2, nicht 5), dass die Kinder aus bessergestellten Familien kommen. Wir sind froh, diese sozialen Unterschiede so deutlich sehen zu koennen, wobei wir aber auch nicht in St. Xavious unterrichten wollen wuerden, sondern gluecklich ueber unsere Aufgabe hier sind. Wir haben in den Jungs der 12. Klasse ziemlich witzige und nette Spielkumpanen gefunden und toben uns jetzt manchmal gerne beim Basketball mit denen aus.
 Nun zum Wochenende:
Am Samstag haben wir vormittags mal wieder ein paar Dinge in der Stadt besorgt- das faellt dann und wann mal an. Nachmittags haben wir uns mit zwei Basketballbuddies getroffen, die uns Skooti-fahren gezeigt haben! Das ist ein kleiner Motorroller, den hier vor allem Frauen fahren. Es hat grossen Spass gemacht- Juju darf jetzt ja auch (eigentlich) ganz offiziell ganz alleine fahren! Musste gleich ausgenutzt werden...
Und am Sonntag: sind wir vormittags mit father George, der lange in Wien gelebt hat und deshalb sehr gut deutsch spricht und mit dem wir uns sehr gut verstehen, auf den oertlichen "Berg": Canary hill gefahren. Von dort hatte man einen schoenen Blick ueber ganz Hazaribag. Da haben wir erst richtig gesehen, dass dieses Staedtchen schon ziemlich gross ist- von der Flaeche her und von der Einwohnerzahl her auch! Eine halbe Mio. ist wohl die Einwohnerzahl. Leider war es etwas nebelig, aber es ist dann etwas aufgeklart.
Wir haben dann noch einen Abstecher in ein indisches 'Jugendwerk' gemacht. Hier bekommen junge Maenner eine 10 monatige Ausbildung zum Elektroniker, Tischler, Driver, ...(wir konnten nicht alles verstehen) geboten. Geleitet wird das auch von Christen ('maennliche Schwestern') und gefoerdert werden vor allem Jungs aus den untersten Schichten. Jeweils 50 leben und lernen zusammen auf dem Gelaende. Auftraege werden aus Hazaribag und Umgebung entgegen genommen. Father George hat auch einen sehr schoenen Esstisch aus dieser Werkstatt:). Wir fanden das auf jeden Fall eine tolle und sinnvolle Institution.

Zum Mittagessen waren wir bei einer Schuelerin der St. Robertshighschool eingeladen, die wir schon ziemlich gut kennen. Das war eine richtig indische Einladung bei einer kleinen indischen Grossfamilie:). Sudhan, das Maedchen, ist unglaublich nett und clever und interessiert und spricht wirklich gutes Englisch. Auch ihre Schwestern und Cousienen (zwei Familien wohnen hier zusammen) kennen wir schon- sie waren auch mit in Kolkatta. Sie haben uns ihr ganzes Haus und den Garten gezeigt und fuer indische Verhaeltnisse sah alles sehr aufgeraeumt und auch einigermassen 'wohlhabend' aus. Die Vaeter sind zusammen Inhaber einer kleinen Apotheke (medicineshop). Unser Besuch war eine sehr grosse Ehre fuer die Familie-alle haben uns begruesst und wir haben ein grosses, leckeres Essen serviert bekommen. Indische Gastfreundschaft drueckt sich ausserdem in der Geste aus, den Gast zuerst essen zu lassen und ihm dabei zuzugucken und selbst dann spaeter zu essen. Das war uns etwas fremd und unangenehm, weil die Kinder ziemlich dollen Hunger hatten, glauben wir und wir sind es eben anders gewoehnt. Wir haben uns aber bemueht, das zu uebersehen und diese Freundlichkeit nicht als unangenehm zu empfinden, denn wir sind ja in Indien und nicht in Europa. Ziemlich bald nach dem Essen sind wir (und die 2 Schwestern, die mit waren) auch wieder abgetueffelt- auch typisch indisch. Vor dem Essen verbringt man Zeit zusammen (wir haben mit den Kindern gespielt und uns unterhalten) und danach ist das Treffen ziemlich zu Ende. Dann konnten die Kinder auch essen, was wir ganz gut fanden:).
Diese Einladung war auf jeden Fall unglaublich nett und wir moegen die Maedchen allesamt sehr gern.

Heute war auch gleich schon wieder die naechste Feierlichkeit (schon wieder ein Jubilaeum), bei der wir ploetzlich einen jungen New Zealaender in der Kirche entdeckten! Er ist auf der Durchreise und heute haben wir ihm schon ein bisschen Hazaribag gezeigt. Er hat sehr interessante und spannende Sachen von seiner Reise erzaehlt und sein Englisch ist ganz ungewohnt:) Da haben wir erstmal gemerkt, wie eingeindischt wir schon sprechen- ohne Artikel und mit verquerer Satzstellung....Aber das gibt sich ja wieder...:)

Also fuers erste die allerherzlichsten Gruesse!!!
Und frohen ersten Advent,
von Juju und Cosi

Hier noch ein paar Fotos:
                                                                  Juju auf Skootie tour


Bei der Krippenspielprobe- wegen der vielen Moskitos draussen in unserem Zimmer- auf Cosis Bett...


                                                           Canary hill- Juju und Cosi


                                                                       Mit father George


Bei Sudhans Familie (Sudhan links hinter Juju, in rotem Shirt); links Sudhans Tante, rechts im Bild ihre Mutter
                                                 links von Juju Sr. Agnes, dann Sr. Tacilla


                                                                            Canary hill

                                                      Hausaufgabenstunde der Hostelgirls

Samstag, 27. November 2010

Dato und die Natur Indiens

Liebe Freunde,

so nach der wunderbaren Geburtstagsfeierei ist nun wieder der Alltag eingekehrt. Dazu will ich heute aber gar nichts schreiben, denn dies wird Cosi morgen tun.

Viel mehr will ich euch von einem Ausflug in eine andere Welt und von der Natur die uns umgibt und mit der man hier lebt berichten.

Letzte Woche hatten wir die Chance mit einer Schwester in ein Dorf in der Umgebung zu fahren, in dem man staune auch eine Konvent der Sisters ist. Dieses besagte Dato liegt ca. 25 km westlich (???) von Hazaribag, man braucht aber 1,5 h um dort hin zu gelangen. Der Grund hier fuer ist, dass man nicht wirklich von einer Strasse sprechen kann, die da hin fuehrt und es endlos durch die tiefste Wildnis bergauf- und ab geht. Je weiter man sich von Hazaribag entfernte, desto mehr hatte man das Gefuehl weiter in die Vergangenheit der Menschheit vorzuruecken, aber wir hatten uns getaescht. Denn es gibt immernoch eine Menge Menschen auf dieser Welt die genau in diesem Moment auf engstem Raum in einer Lehmhuette leben und unter einfachsten Lebensbedingungen so einen gluecklichen Eindurck machen, wie ich ihn bei wenig Menschen in unserer Zivilisation gesehen habe.

Eine Schwester und ein Father nahmen sich wirklich viel Zeit um uns die Gegend zu zeigen und uns im christlichen Teil des Dorfes herum zu fuehren.
In diesen Doerfern leben die Menschen naemlich nach Religionen getrennt. Im einen Teil leben die Hindus, im anderen die Moslems und im dritten die Christen. So kommt es natuerlich auch zu weniger Konflikten was sichlich gut ist, denn die gibt es definitv.


Wie ich bereits gesagt habe haen es uns die Zufriedenheit und der Fleiss der Menschen dort wirklich an getan. Jede Grossfamilie hat ein paar kleine Felder, die sie bestellt und natuerlich duerfen Huehner, Ziegen, Bueffel, Kuehe und Schweine nicht fehlen. Doch Betten, nein so etwas gibt es hier nicht. Uebrigens hier gibt es nur Strom, wenn die
Sonne scheint, denn alles wird mit Sorlarenergie berieben!!
Diese Menschen leben mitten im Paradies der Natur. Rigs herum um das Dorf ist das Land natuerlich von der Landwirtschaft gepraegt, es hat wirklich einen biblischen Charakter. Verlaesst man aber diese Region gelangt man in den tiefsten un durch dringbaren Djungel. Bei einer Familie die wir besuchten sagen Stacheln von einem Stachelschwein auf dem Boden, als wir sie fragten woher diese stammten sagten sie: sie haetten es erlegt und die Stacheln als Deko aufgehoben.... ich wuerde sagen das spricht Baende, oder? Bei einer anderen Familie lag ein Baby draussen auf einer Matte und die Fliegen sassen ueber all auf ihm. Als ich nach dem Namen fragte, wurde mir geantwortet das es noch keine haette. Ich weiss gar nicht warum ich das schreibe, aber irgendwie hat es mich wirklich bewegt. Es war wirklich ein wunderbarer Ausflug, der uns auch im Nachhinein noch sehr beschaefftigt hat. Natuelich wusste man theoretisch, dass es so in laendlichen Regionen so aus sieht, aber wenn man dort ist kann man es einfach ueberhaupt nicht fassen. Und auch wenn die Menschen wirklich arm sind, ist es glaube ich nicht das schlecheste Leben was sie fuehren.

Zurueck zur Natur. Nicht nur in Dato ist uns aufgefallen wie wunderbar die Natur hier ist. Jeden Tag rauschen ein Dutzend Adler und drei Dutzend Papagein in direktester Naehe ueber unsere Koepfe hinweg und im Baum, auf den wir aus unserem Zimmer blicken, ist wirklich ein Geier Nest. Es ist einfach unglaublich. Auch die Blumen- und Pflanzenvielfalt ist schlicht und ergreifend um werfend. Ich moechte jetzt gar nicht so viel darueber schreiben. Ich habe einfach versucht es fuer euch in ein paar Bildern einzufangen. Doch eines noch: hier gibt es 10cm grosse Riesenheuschrecken und handgrosse Spinnen. :P



Blumen im Garten von einem Konvent

  Arbeiterin beim Ernten

Bananenbluete

Liebste Gruesse aus Hazaribag
Eure Cosi und Julia

Dienstag, 23. November 2010

18!




Hallo ihr Lieben,

ja ja heute ist es endlich so weit. Jetzt ist die kleine Julia auch erwachsen.... momentan weiss ich noch nicht ob ich das gut finde oder nicht, so viel Verantwortung und so... aber das wird sich jetzt dann ja mal zeigen!

Super gut finde ich auf jeden Fall meine Geburtstag... Cosi hat sich wahnsinnig viel Muehe gemacht und die Schwesten sind auch suess. Ausserdem habe ich noch nie so viele Haende an meinem Geburtstag geschuettelt wie dieses Jahr (alle Schueler beider Schulen wissen irgendwie bescheid, fragt mich nicht wieso!)

Naja will jetzt nicht die ganze Zeit vor dem Computer sitzen, ich hoffe ihr versteht das. Deshalb habe ich einfach ein paar Fotos angehaengt, die die Stimmung heute glaube ich ganz gut wiederspiegln. Natuerlich vermisse ich auch die Heimat und euch alle heute ganz besonders, aber ihr habt euch wirklich mit Post und so weiter wirklich sehr viel Muehe gegeben. Ich habe mich riessig gefreut. Danke hier fuer! Vielleicht entdeckt ihr den ein oder anderen Brief auf einem Foto gleich wieder!

Ganz liebe Gruesse und Kuesse von einer ganz gluecklichen Julia. Ich bin sehr froh das der Tag noch nicht rum ist, das waere echt schade! Also noch einmal danke dafuer, dass ihr alle heute an mich denkt, obwohl ich so weit weg bin! Ich fuehle mich sehr geehrt!




Eure Julia

So noch ein kleiner Nachtrag:

Ich bedanke mich wirklich ganz besonders bei meiner Lieben Cosi, dass sie den Tag so wunderbar gestaltet hat und ich bin ganz erfuellt von den Erlebnissen! Aber natuerlich auch herzlichen Dank an alle die ebenfalls dazu begetragen haben, so die Schwestern, die Schueler und alle die an mich gedacht haben! DANKE

Gestern morgen haben wir mit den Schwestern eine Messe gefeiert, die nur auf meine Geburtstag ausgerichtet war, das war sehr ueberwaeltigend und ruehrend, somit begann mein Geburtstag recht traenenreich... Das ausfuerhliche Fruehstueck mit selbstbackenem Apfelkuchen staerkte aber schnell meine Nerven und Ich lass die liebe Post die sich eingefunden hatte und packte ein paar kleine, aber feine Geschenke aus! :P
So gegen 9 Uhr kam dann auch genau rechtzeitig das Paeckchen von meine Eltern an, was mich natuerlich insgeheim freute.

Als ich zum Schulbeginn ins Lehrerzimmer kam, standen alle Lehrer da uns sangen fuer mich und gratulierten mir, ausserdem hatten sie meinen Platz wirklich ruehrend geschmeuckt. Aber auch die rund 2000 Schueler gratulierten mir fast alle im Laufe des Tages!

Am Nachmittag sangen und tanzten die Hostelgils noch fuer mich, was wirklich so suess war und wir assen alle Kuchen zusammen (ich hatte zum Glueck Kuchen fuer alle Hostelgirls bestellt). Es war so schoen.
Zum Abendessen hatte Cosi Sister Clarentia (eine schweizer Schwester) und Father George (ein sehr lieber Pfarrer, der auch deutsch kann) eingeladen und wir assen alle zusammen mein Lieblingsessen Panil! Himmlisch... Zum kroenenden Abschluss gab es noch ein wunderschoenes Feuerwerk.

Es war ein fantastischer Tag und er war einfach perfekt. Er war gespickt von kleinen, so liebenswuerdigen Gesten, dass ich wirklich teilweise beschaemt war. Ich bin sehr gluecklich und zufrieden.
Ich hoffe ich konnte euch jetzt kurz zusammenfassen was gestern so passiert ist und die Bilder, sagen glaube ich auch recht viel aus! Ich habe auch ein Bild von dem definitiv kreativsten Geschenk eingefuegt. Ich habe naemlich einen riesen Pumpkin (ich glaube eingentlich nicht das es ein Kuerbis ist, aber so nennen sie das) bekommen, auf dem stand: "Happy Birthday Julia" Zum Gluck muss ich ihn aber nicht kochen und vor allem nicht alleine aufessen!

Liebste Gruesse noch einmal von einer verzauberten Julia