Freitag, 8. April 2011

Goodbye India!

Liebe Leute!

Nach langer, langer Zeit kommt jetzt von uns mal wieder eine Meldung und zwar die allerletzte aus Indien! Wir blicken zurueck auf sechs lange und kurzweilige, schwere und schoene, wunderbare und traurige, stationaere und reisende Monate und koennen zufriedenstellend sagen: "Es haette nicht besser sein koennen!".

Jetzt gerade ist frueher Abend hier in Bengaluru und unser letzter Tag in Indien ist nun auch schon fast vorbei! Wie sich auch der Rahmen meistens in Buechern schliesst sind wir fuer unseren letzten drei Tage zu den Schwestern des Holy Cross' zurueck gekehrt, konnten zur Besinnung, Ruhe und Reflektion kommen. Wie immer wurden wir unglaublich herzlich empfangen und aufgenommen und haben uns nach der Rundreise sofort wieder wie zu Hause gefuehlt. Die weltbesten Mangos (ja wir haben sie nun auch noch mit bekommen) und die beruechtigten Jackfruits haben uns das Ende und "die Heimkehr" mit versuesst. Und neben den leckeren Suedfruechten gibt es hier in Bengaluru auch herrliche Shoppingmalls und grosse Kinos, wo wir letzte Besorgungen machen konnten und uns nett die Zeit vertrieben haben:).

Nun sind wir euch aber noch eine kurze Skizze unseres letzten Reiseabschnittes schuldig. Wo waren wir stehen geblieben? In Gokarna vor drei Wochen: Sehr gut erholt und fast indisch gebraeunt sind wir mit einem oeffentlichen Nachtbus von Gokarna nach Hampi, zu alten Tempeln und zauberhafter Steinlandschaft gereist. In Hampi sieht es aus, als haette ein Riese mit Steinchen (fuer Menschen eher Felsen) gespielt. (Das ist unser Standartspruch zu Hampi.) Nach drei hitzevollen Tagen (ca. 40 Grad) fuhren wir mit 7 mehr oder weniger sehr ueberfuellten Bussen, quer ueber eine Gebirgskette, nach naja geplant war die Wildlifesanctury Chinnar, aber die wollten uns nicht an diesem Tag, also ins nahe gelegene Dorf Marayoor. Dort hatten wir durch eine sehr nette Bekanntschaft die Moeglichkeit eine Nacht bei ansaessigen Schwestern zu naechtigen. Es war wie bei unseren Holy Crosslern und wir waren ueberwaeltigt von der unglaublichen Gastfreundschaft. Am naechsten Morgen sind wir dann aber auch zuegig weitergezogen....Oder zurueckgefahren besser gesagt, nach Chinnar naemlich, wo man uns dann auch haben wollte! Die folgende Nacht haben wir mitten im Nationalpark in einem Baumhaus uebernachtet!! Und jetzt fuer Danny: Auch wenn es in Schweden keine Elche gibt; in Indien gibt es Elefanten, Bisons, Leoparden und Sambahirsche, wir koennen es bezeugen! (fuer alle anderen natuerlich auch!)

Nach spannenden Stunden im und um das Baumhaus ging es mit einem wirklich sehr uebefuellten Bus nach Munnar, beruehmt fuer seine Teeplantagen (ist nicht weiterer Erklaerung noetig siehe Bild). Doch ein gewisses Highlight ist definitiv erwaehnenswert. Als wir naemlich in dem einzigen Restaurant weit und beit sassen, hoerten wir zwei deutsche Maedchen einer Dritten ueber ihre Erfahrungen bei Schwestern in Indien erzaehlen. Da wurden wir natuerlich hellhoerig und als wir uns (wie man es so macht unter travellern) dazusetzten, stellte sich heraus, dass sie auch bei Holy Cross Schwestern waren und zwar auch in Hazaribag und zwar auch ueber LUCY und Herrn Scheiwe und auch Englisch unterrichtet haben....Kurz und knapp: Die beiden haben das gleiche Volontariat vor zwei Jahren gemacht! Damals hatten sie auf ihrer Reise Kerala wohl nicht mehr gesehen, sodass sie das jetzt nachholten- und wir sie promt treffen. Was fuer ein Zufall! Danke Johanna und Pia, wir hatten super nette Stunden und wir freuen uns auf ein Nachtreffen!

Die vorletzte Station unserer Reise hiess Kochin. Die Hauptstadt und Megametropole Keralas liegt direkt am arabischen Meer und wurde in der Kolonialzeit zuerst von den Portugiesen und dann von den Niederlaendern besetzt. So kommt es, dass ganze Stadtteile auesserst westlich und malerisch in ihrem Flair sind. Wir haben in dem ziemlich touristischen Stadtteil Fort Kochin unsere Tage verbracht, wo an der Kueste die Fischer arbeiten und man alte, 'chinesische' Fischernetzte bewundern kann. Das ganze hatte ziemlich grosse Aehnlichkeit mit unserem lieben Hamburg (Meer+Container+Queen Mary 2!!!), weshalb wir gleich ein bisschen Heimatgefuehle bekamen. Es gibt neben sehr majestaetischen, alten Kirchen auch eine alte Synagoge zu besichtigen, die uns tief beeindruckt hat.

Bevor es dann endgueltig nach Bangaluru ging, verbannten wir uns noch in ein wenig Luxus. Ja, lange haben wir uns drauf gefreut und wir sollten nicht enttaeuscht werden. In einem Oeko-, Bio-, Luxusresort verbrachten wir drei herliche Tage mit Yoga, Meditation, gesundem Essen, schlafen und schwimmen in einem Bio-Teich-Swimmingpool (gewoehnungsbeduerftig, aber herrlich). Natuerlich durfte auch die Ayuverda Massage letzten Endes nicht fehlen, dazu stellten wir aber fest, dass es sehr entspannend war, aber man sich ein wenig wie ein Fisch in einem Oelbecken gefuehlt hat. :)

Und nun sind wir hier. In Bangaluru im Provincial House der Holy Cross Sisters. Und wir sitzen vorm Pc und wechseln uns bei jedem Satz ab (wir haben 6 Monate gebraucht, um diese Teamleistung zu Stande zu bringen und ich finde wir sind gar nicht schlecht! Oder hat schon jemand bis hier gemerkt, dass das nicht von einer Person kommt??? Nein, meine Liebe, ich denke nicht und alle die JA sagen haben ne lange Nase). Und, man sollte ehrlich gestehen: wir koennes kaum noch erwarten und werden langsam hibbelig: ENDLICH ZUHAUSE ZU SEIN.

Aber ein paar Stunden haben wir ja noch und die sollen auch genutzt sein. Deshalb wollen wir noch kurz ein Resume ueber die gesamte Zeit ziehen. Zuerst einmal tausend Dank an Norbert Scheiwe, der uns dies alles ermoeglicht hat und uns wie er das halt mit allem und mit allen macht hier rein geredet hat. Wir haetten weder auf die Zeit bei den Schwestern, noch auf den Teil unserer Reise verzichten wollen. Im Austausch mit anderen Reisenden und mit den Schwestern haben wir wiederholt festgestellt, dass es wirklich lange Zeit braucht, um dieses Land richtig zu verstehen und mehr zu sehen als das, was einem als Tourist gezeigt wird. Wir haben das Gefuehl durch die Mischung von Volontariat und Reise einen ganz guten Ueberblick bekommen zu haben! Natuelich bleiben auch noch Wissens und Erfahrungsluecken, aber wir muessen uns ja auch noch was fuer den naechsten Besuch aufheben! Wir sind gluecklich, zufrieden, um einiges reifer (sofern wir das beurteilen duerfuen) und auch einwenig stolz, aber das duerfen wir glauben ich an dieser Stelle auch mal sein. :) So weit so gut. Ich glaube das reicht fuer heute. Wir werden uns definitiv noch einmal von Deutschland aus melden, aber trotzdem kann dies als letzter offizieller Blogeintrag angesehen werden.

Zum Schluss danken wir natuerlich euch allen als treue (oder auch gelegenheits-) Leser fuer das Interesse! Und fuer all die liebe Post, die wir nach Hazaribag von ueberallher bekommen haben (Danke auch an die indische Post und unseren Postmann. Wir hoffen sehr, dass die Plaetzchen wenigstens ihm geschmeckt haben!) und die Mails und Anrufe. Es tat so gut zu wissen, dass man ein zu Hause hat mit lieben Menschen, die einen noch nicht vergessen haben! Danke fuer alles und an alle Beteilligten!

Zum letzten Mal liebste Gruesse und Kuesse aus Indien, Kanataka, Bangaluru, Davis Road, Holy Cross Provincial House!

Eure (ja wer soll jetzt zu erst genannt werden? Ich breche jetzt mal die Regel und bin der Esel, weil Cosi das sonst gleich aendert)
Julia und Cosi
                                                                        Hampi
                                                                      Moonar, Tee
                                                                 Kochin, Fischernetz

                                                                        Moonar


Donnerstag, 10. März 2011

Sommer, Sonne, Sonnenschein!

Ja ihr Lieben nun ist es endlich so weit, wir sind jetzt im Sueden!!!

Ich glaube so weit suedlich auf der Erde waren wir noch nie und dem entsprechend heiss ist es halt auch :) Nun aber mal eines nach dem anderen. Von Rajastan aus sind wir am 1. Maerz nach Mumbai geflogen. Dies war die erste indische Grossstadt, die uns echt gut gefallen hat. Besonders die westlichen Stadtteile Colaba und das Fortviertel sind echt richtig sauber, gepflegt und sehr nett. Was uns besonders ueberrascht hat war, dass sogar die Inderinnen dort richtig westlich gekleidet sind und ein sehr selbstbewusstes Auftreten hat (freut uns sehr).

Von Mumbai ging es dann mit dem Zug nach Goa ganz in den Sueden, dort war nur alles recht teuer und obwohl wir an einem wohl der einsamsten Straende bereits waren, immer noch zu ueberlaufen. So sind wir nach drei Tagen noch mal ca. 100km weiter suedlich in Gokarna gestrandet und haben nun eine Bambushuette an einem Strand den man nur durch eine Stunde Fussmarsch erreichen kann. An diesem traumhaften Strand leben ca. ganze geschlagene 20 Menschen einschliesslich Touris. Voll cool. Wir sind echt im Paradis. Die brauchen wir leider gerade aber auch, denn wir haben uns in Goa von Seefood doch eine ziemlich saftige Lebensmittelvergiftung eingefangen (mal wieder), die echt nur mit Antibiotikum weg gehen will. Aber wir sind zum Glueck schon wieder auf dem Weg der Besserung!

Ja sonst will ich jetzt gerade gar nicht so viel schreiben, weil meine Tastatur ziemlich miserabel ist... Aber wir koennen definitv sagen, dass wir uns wahnsinnnig auf Zuhause freuen, auch wenn Indien noch so schoen ist. Nun werden wir uns noch ein wenig braeunen, naja Cosi muss sich ja dafuer nicht so wirklich anstrengen und dann geht es bald Richtung Heimat.

Ganz liebe Gruesse und Kuesse aus dem  fast 40Grad heissen Indien!
Eure Cosi und Julia


Mumbai Skyline


unser Strand bei Gokarna


Sonnenuntergang in Goa


Strandhuetten, aber leider sind nicht alle so schoen :)



Der wunderbare saftige Urwald

Dienstag, 22. Februar 2011

Kamele!!!

Hallohallo, ihr Lieben!

Hier kommt mal wieder ein Lebenszeichen der beiden Traveller! Wir haben 2 ganz zauberhafte Wochen verlebt- und zwar hauptsaechlich in der Wueste!

Wir hatten uns naemlich am 2. Tag im schoenen, ruhigen Pushkar dazu entschieden, den Weg von Pushkar nach Jaisalmer mit dem Kamel zu be(st)reiten und das dann auch tatsaechlich verwirklicht!! Am gleichen Tag haben wir uns nach guten und zuverlaessigen Anbietern erkundigt und dann zum Schluss auch einen sehr netten Herren gefunden. Er selbst nannte sich 'king of the camels'- sozusagen der Begruender des Kameltourismus. Das fanden wir sympatisch, haben schnell noch 3 andere traveller angeheuert und sind gestartet!

Die ersten 3 Tage war man ziemlich damit beschaeftigt, eine Reitposition zu finden, in der man minimale Muskel- und Knochenschmerzen spuerte....Nein, so schlimm war es nicht. Wir haben uns ziemlich schnell an den Schunkelschritt dieser gemuetlichen Tiere gewoehnt und ausserdem hat die schoene Landschaft alles wett gemacht. Die Gegend ist sehr steppig und trocken hier, aber man sieht, dass mehr Geld fuer Bewaesserung der Landwirtschaft da ist als in Jharkhand! Oft sind wir an gruenen, saftigen Feldern mit Wassersprengern vorbeigeritten. Einzelne Berge gibt es auch und Seen mit Wasserbueffeln und viele knorrige Baeume und dornige Straeucher, die besonders dem Kamel Raju sehr geschmeckt haben. (Raju ist andauernd zum Fressen stehengeblieben.) Wir haben ganz viele Pfauenfamilien gesehen, Antilopen, ein Reh und viele viele wunderhuebsche Voegelein...Es ist faszinierend, was fuer schillernde Farben Mutter Natur hervorbringt!!

Ganz besonders genossen haben wir die Naechte unterm freien Sternenhimmel, eingemummelt in unsere supertollen, lebensrettenden Schlafsaecke. Trotz der Kaelte und des Taus haben wir immer ziemlich gut geschlafen und sind mit der Sonne aufgestanden. Die Sonnenauf- und untergaenge waren auch immer unbeschreiblich schoen....Wir sind ja nach Westen geritten, sodass wir immer so richtig in den Sonnenuntergang geritten sind....herrlich.

Wir haben auch die Landbevoelkerung ein wenig kennen gelernt- leider hauptsaechlich in Form von Angestarrt werden. Das war sehr unangenehm und hat uns oft beschaeftigt. Aber Juju und Ich haben auch festgestellt, dass es uns leichter faellt, es zu ignorieren und es uns zu erklaeren und die indische Perspektive zu verstehen- wegen unserer Zeit in Hazaribag! Das ist fuer Leute, die nur hier Reisen, schon schwieriger...

Leider hat es zwischendrin 2 mal ziemlich doll geregnet, sodass all unsere Sachen ziemlich nass und dreckig geworden sind, aber das hat nichts gemacht, denn wir waren ja auch nass und dreckig. Da war es toll, so eine nette Gruppe zu haben, mit der man dann gut Rommee und Maumau spielen konnte! Mit den 2 Muenchnern und unserem englischen Mitreitenden haben wir wirklich sehr nette Leute kennengelernt, die auch jetzt noch im gleichen Hotel wie wir wohnen. Die Safaritruppe bestand uebrigens aus 5 Touristen (3 Frauen, 2 Maenner), 4 Kamelen (eins fuers Camel-car, wo das Gepaeck und reitmuede Touristen drauf waren)- 3 davon zum Reiten- und 4 guides. Die guides waren sehr nett, einer davon war gerade mal 14 und konnte naturlich nicht Lesen und Schreiben. Alles ging 'shanti shanti'... Entspannt und gemutlich, kein Stress, laid-back, kamelig, INDISCH. Sehr sympatisch.

Also diese Safari hat wirklich grossen Spass gemacht, trotz dem wir die richtige Sandwueste leider nur in Form EINER Sandduene erleben durften.... Das Versprechen von unserem Camelking war zwar ein anderes gewesen, aber wir vermuten mittlerweile, dass es hier gar keine richtige, grosse Sandduenenwueste gibt. Es ist eben diese Steppe und zwischendrin immer mal wieder Sandduenen und Sandberge....Anders als die Sahara. Aber das war ja klar :).

Als wir dann vor 2 Tagen hier in der goldenen Stadt Jaisalmer angekommen sind, waren wir auf jeden Fall sehr froh, ein richtiges Bett und eine heisse Dusche zu haben! Nun sind wir dabei, uns zu end-kamelisieren und sauber zu werden und dann gehts weiter. Es gibt hier viele nette Buchshops und viele andere orientalische shops und die meisten Stadtbewohner sind sehr gastfreundlich, sodass man gut entspannen kann. Die Stadt ist aus gelbem Sandstein errichtet, der guelden in der Sonne leuchtet- deshalb die "goldene Stadt". Wir sind schon ziemlich nah an der pakistanischen Grenze hier! Westlicher werden wir wohl nicht reisen...

                                                      Die Truppe und das Kamel Jonny
                                                                   Juju und das kamel

                                                                         2 der guides
                                                                   oben: Camel-car
                                          unten: Laufen zwischendurch hat die Muskeln entspannt....

Als wir am letzten Tag dann endlich UNSERE Sandduene gefunden hatten, hat es leider angefangen zu regnen, sodass wir Unterschlupf bei einem alten Baba hier in dieser netten, zauberhaften kleinen Huette suchen mussten und die Vollmondnacht leider nicht im Wuestensand verbringen konnten. Macht nichts- der Baba war nett und die Huette unglaublich gemuetlich...Ausserdem waere es ja eine Schande, in Indien gewesen zu sein und NICHT in einer solchen Huette geschlafen zu haben!


So- nun hoffe ich, euch allen geht es gut und es wird langsam Fruehling!!
Wie immer- wir FREUEN uns auf euch!!! Und gruessen alle lieb, bis zum naechsten Mal,

Eure Julia und Cosi.

Dienstag, 8. Februar 2011

Reise Part 1

Hallo ihr lieben Freunde,

nun sind wir unglaublicher Weise schon fast zwei Wochen auf Reisen. Wir haben sehr viel gesehen, sehr viel erlebt und erleben hier ein totales Kontrastprogramm zu Hazaribag.

Zu erst sind wir mit der deutschen Gruppe nach Bodhgaya, dem Erleuchtungsort Buddas und so mit ein sehr wichtiger Pilgerort fuer die Buddisten. Ein Meer aus warmen Gelb-, Orange- und Rottoenen der typischen Pilgerkleidung empfing uns herzlich, verabschiedete uns aber leider auch schon wieder am selben Abend, denn die erste Zugfahrt nach Varanasi stand bevor!

Im Zug trafen wir gleich auf zwei sehr nette Traveller, einer sogar aus Koeln, mit denen wir nette Tage in Varanasi verbrachten. Varanasi, die Stadt am heilligen Fluss Ganga, faszinierte uns in viellerlei Hinsicht. Dieses mal war es nicht der Buddismus der im Vordergrund stand, sonder der Hinduismus. Wir beobachteten auf einem Bootstrip im Morgengrauen die spirituellen Puja-Baeder der Hindus und wuschen die Hennafarbe von unseren Haenden im Ganges ab. Wir hoffen, dass sich das Henna jetzt nicht irgendwie in ein Tatoo verwandelt hat.. :)
Wirklich in Varanasi verbrachten wir drei herrliche Tage und wandelten durch die vielen winzigen Gassen, gefuellt mit Koestlichkeiten, Lassis, Schmuck und SToffen. Ein Traum fuer Maedelz!!!! Leider fuehrten die Koestlichkeiten in den weiteren Tage zu verhaengnisvollen Problemen.

Schon im Zug nach Agra (13 STunden Nachtzug...) fing Cosi an sich regelmaessig zu uebergeben, was uns zum Glueck veranlasste in ein besseres Hotel zu gehen. Ausserdem statteten wir dem nahegelegenen Krankenhaus einen Besuch fuer einen Euro ab, Cosi bekam eine Spritze und fuenf Minuten spaeter sah Cosi nicht mehr wie ein Gespenst aus! Leider loesten wir uns ab, denn nun bekam ich schrecklichsten Durchfall.... Der Hotelmanager kuemmerte sich lieber Weise sehr um uns, sodass wir dann am dritten Tag in Agra endlich das Taj Mahal nicht nur von der Dachterrasse aus sahen. Ich will gar nicht viel darueber schreiben, aber eines soll gesagt sein: Es ist sein Ruf mehr als Wert! Von Agra aus besuchten wir noch ein kleines Dorf Fatipur, dass im 16 Jahrhundert von einem etwas durchgeknallten Mongulenherrscher fuer kurze Zeit zur Hauptstadt gemacht wurde, da seine zweite Frau nach dem Beten im dortigen Tempel den ersten Sohn gebar. Daruauf hin wurde ein wahnsinniger, atemberuabender Palastkomplex erbaut, der noch in sehr gutem Zustand ist.

Von Agra ging es weiter nach Jaipur, die Hauptstadt Rajastans. Wir fuhren dort mit rellertiv grossen Erwartungen hin, da man einfach schon so viel tolles von Rajastan gehoert hat und die Altstadt (Pink City) sehr beruehmt ist. Wir wurden von Grund auf enttaeuscht!!! Wir blieben drei Naechte dort, wurden rund um die Uhr abgezockt, angesprochen und von irgendwelchen komischen indischen Maennern angeschaut. Ja der Tourismus wird dort leider noch ein bisschen falsch verstanden und die Pink City ist auch irgendwie nicht das wo nach es sich anhoert. Trotzdem hatten wir auch einige schoene Erlebnisse. So besuchten wir zum Beispiel das Raj Mandir, Asiens Kino Nummer 1. Von aussen sieht es aus wie ein Kuchenstueck und von innen ist es Glamour pur. Ich glaube ich habe noch keinen so sauberen Ort in Indien zu vor gesehen... Wir amuesieten uns reichlich in dem fast dreistuendigen Film. Das beste war, dass wir sogar fast alles von dem Hindi- Englisch- Mischmasch verstanden! Ausserdem lernten wir in Jaipur eine sehr nette oesterreichische Studentin kennen, die wie so viele andere unser Leid teilte.

Heute Morgen sind wir nun endlich weiter nach Pushkar, ein kleines Dorf am Rande der Wueste Thar, gefahren. Man kann wirklich sagen es ist eine kleine Oase. Unser Hostel ist ein Traum mit wunderschoenem Garten und wir hoffen noch mal von dem Staedtestress ein wenig runter zu kommen. Insgesammt geht es uns aber wirklich gut. Wir denken, dass es ganz normal ist, dass man auf solch einer Reise Stationen mehr oder weniger mag.

 Der erste wilde Affe!!!!



 Bodhgaya


 Willkommen in Rajastan!


Wir hoffen sehr, dass es euch allen gut geht und wir vermissen euch sehr! Heute genau sind es krasser Weise nur noch zwei Monate bis wir wieder in Deutschland sind. Wir sehen der Rueckkehr mit einem lachendem und weinendem Auge entgegen.

Allerliebste Gruesse aus Rajastan wuenschen euch
die Cosi und die Julie

Dienstag, 25. Januar 2011

"Wir hatten eine gute Zeit!"

Liebe Leser, liebe Freunde.

Dies wird vermutlich unser letzter Blogeintrag aus Hazaribag sein. Nun bleiben uns noch zwei Naecht in unseren harten, aber liebgewonnenen Betten und dann geht es auf grosse Reise. Wohin? Das verraten wir noch nicht, denn einbisschen Spannung muss ja noch bleiben...

Letzten Donnerstag ist die langersehnte Lucy-Deligation mit den Gruender von Lucy, Norbert Scheiwe, meiner Mama und noch vielen anderen wunderbaren Menschen hier in Hazaribag eingetroffen. Es macht uns sehr grosse Freude zeigen zu koennen, wo und was wir die letzten drei einhalb Monate alles erlebt, gesehen, gestaltet und erfahren haben. So hatten wir auch noch einmal die Chance diverse Projekte zubesuchen und ueberall Abschied zu nehmen. Ein sehr schoner und spannender Abschluss! Trotzdem ist auch ein wenig Stress damit verbunden, da das restliche Leben weiter geht: Es muss gepackt werden, bedankt werden, die Reise geplant werden und Abschied genommen werden.

Insgesammt war unsere Zeit in Hazaribag eine wunderbare, einmalige und unvergessliche Zeit. Wir haben Erfahrungen verschiedenster Art gemacht, die uns auf unterschiedlichste Weise gepraegt und bereichert haben. Wir danken allen von ganzem Herzen, die zu diesem Gelingen bei getragen haben. Besonderer Dank geht an unsere geliebten Sisters, die uns ein Zuhause gegeben haben, uns in iherer Familie aufgenommen haben und uns wie eigene Toechter behandelt haben. Wir sind sehr erfuellt und dankbar. Man kann schon sagen, dass wir hier so viele wunderbare, engagierte und begeisternde Menschen getroffen haben, die alle ein Ziel haben: Die Welt einbisschen besser machen. Ob es eine Schwester ist die AIDS Infizierten hilft, ein gebildeter indischer Junge ist, der sein Land von der Korruption befreien will oder ob es eine Adivasi- Weisenkind ist, das einfach nur in die Schule geht und das beste aus ihrer aussichtslosen Lebenssitution macht, alle haben wir in unser Herz geschlossen und versuchen von ihnen zu lernen. Herzlichen Dank!

Nun senden wir euch das letzte Mal ganz liebe Gruesse aus unserem Hazaribag und hoffen, dass es euch allen gut geht und nun endlich auch bei euch der Fruehling beginnt. Wir denken viel an euch und haben uns riesig ueber eure zahlreiche Post, Mails und Anrufe gefreut. Ihr glaubt garnicht wie wunderschoen es ist zu wissen wie viele Menschen an einen denken. Herzlichen Dank!

Allerliebste Gruesse
 Ein traditioneller Prayerdance mit den Hostelmaechen



 Unsere geliebte Gruppe (Cosi musste leider das Foto machen...)



 indische Impression auf dem Bazar


 noch mehr indische Impression auf der Strasse

von der Cosi und der Julia

Sonntag, 9. Januar 2011

Lucy hat (sehr) viele Schwestern!!!!!!!!!!!!!!!!!

Liebe Freunde,

wir legen euch ans Herz: Guckt euch den wunderbaren Dokumentarfilm ueber das Lucyprojekt an!

www.lucy-hilfswerk.org
unter Aktuelles

Wir sind tief beruehrt. Ein grandioser Film und wir gratulieren allen Beteilligten ganz herzlich!
Liebe Gruesse
Cosi und Julia

Samstag, 8. Januar 2011

Und so ging es weiter...

Hallo ihr Liebsten,

nun sind es nur noch zwei Wochen bis unser hochgeschaetzter Norbert (Gruender und Vorsitzender von LUCY) mit der Reisegruppe und natuerlich meine Mami kommen. Die Zeit vergeht hier wirklich wie im Nu und auch diese Woche war so erfuellt von wunderbaren und bewegenden Momenten.

Nach den langen, erholsamen Weihnachtsferien kehrte hier nach Cosis Geburtstag wieder Alltagsstimmung ein. Die Hostelmaedchen erfuellten die Schule mit Leben, die Schwestern gerieten wieder in Stress, andere Schwestern kamen aus ihrem verdienten Weihnachtsurlaub wieder und es stellte sich die Frage was wir nun noch die naechsten Wochen machen wuerden. Erfuellt, geshockt und angeregt von unsem Tarwaerlebnis beschlossen wir uns in der Schule fuer HIV positive Kinder und AIDS Weisen uns nuetzlich zu machen. Praktischer Weise befindet sich die Schule gerade mal 200m entfernt von unserem Konvent, sodass es nicht einmal grossen Aufwandes bedurfte.

Die Schule selber ist ein Zuhause fuer ca. 50 Kinder und ist einem grossen Haus, das leider in sehr schlechtem Zustand ist, untergebracht. Auf Grund der wenigen Schueler werden hier jeweils zwei Klassen zusammen unterrichtet. Die Bildung der Kinder ist leider nicht gerade gut, da viele von ihnen zu vor auf staatlichen Schulen waren. Der Grossteil der Kinder sind so oder so in der ersten oder zweiten Klasse und sprechen deshalb noch kein Englisch. Die Lehrer berichteten aber sogar, dass viele Kinder nicht einmal richtig Hindi sprechen, sondern nur ihre eingene Stammessprache, eine grosse Herausforderung!

Wir gingen sowohl vormittags, als auch nachmittags fuer zwei Stunden dort hin. Ein- bis zweimal taeglich versuchten wir den groesseren Kindern etwas Englisch nahe zu bringen und uebten mit den Kleinen das Alphabet. Das Englisch unterrichten war eher ein Vokabel lernen oder ein Spielen. Richtiger Unterricht war auf Grund viel zu anspruchsvoller Buecher und sehr schlechter Grundkenntnisse nicht moeglich. Macht nichts, schnell war "Ich packe meinen Koffer", ein Aktion-Song, "Hangman" oder Pantomime bei gebracht. Ich denke wir koennen schon sagen, dass die Kinder zumindest Spass hatten. Ob sie nun wirklich was gelernt haben.... wer weiss! So schlecht kann es aber nicht gewesen sein, denn keiner der Lehrer dort beherrscht das Englisch, sodass wir uns so oder so fragen wie der Englischunterricht normaler Weise ablaeuft. Besser gesagt: Gibt es ueberhaupt welchen?

Mit den kleinen die Alphabet erlernen machte uns besonder viel Spass, weil es wirklich Erfolg zeigt. Die Kinder waren aber auch einfach so zutraulich und foehlich, dass man immer beschwingt und gluecklich das Gelaender verliess. Meistens aber auch mit einer Ueberdehnung jedes Fingers, da an jedem Finger ein anderes Kind hing und einfach nicht mehr los lassen wollte :) Wir haben sie wirklich ins Herz geschlossen und sind wirklich vernarrt in besonders die ganz Kleinen. Trotzdem, bekommen wir einen Klos im Hals, wenn wir ueber die Frohlichkeit und Sorglosigkeit der Kinder nachdenken und feststellen muessen, dass sehr vom Schicksal (wie so viele andere auch) gezeichet sind, sich dessen nur einfach nicht bewusst sind.

Diese Woche war mal wieder, wie fast immer, eine ganz besondere. Wir hatten mindestens so viel Spass wie die Kinder,  wenn wir Verstecken spielten, Tanzten oder Plumssack spielten. Es ist wirklich wunderbar, dass die Schwestern eine grosse Familie HIV gezeichneter Kinder geschaffen haben, in der fuer jeden ein Platz ist. Auch fuer zwei fast erwachsene deutsche Maedchen. Wir sind in ausserstem Masse dankbar, dass wir dies erleben durften.
 Beim Spielen

 Cosis kleiner Engel, positiv.


 Nein, das kleine a wird so geschrieben!!!

Die Schule stellt sich vor. Links hinten der Headmaster, hinten die drei Lehrerinnen.

die Cosi und die Julia.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Jetzt hatte Cosi auch noch Geburtstag...

Hallo Hallo ihr Lieben!


Am 2. Januar hatte ich Geburtstag und nun bin ich 19 Jahre alt....! Diese Tatsache an sich ist ja nicht von einer solchen Wichtigkeit, dass ich deshalb hier einen Eintrag schreiben wollte, aber meine liebe Freundin Julia hat mir einen wirklich aussergewoehnlich wunderbaren Tag bereitet, so dass ich doch gerne ein bisschen darueber berichten und prahlen moechte:).

Nach einem herrlichen Geburtstagsfruehstueck mit 2 ganz tollen Geburtstagskuchen gab es eine ganz grosse Bescherung. Ich habe von Julia unglaublich schoene Geschenke bekommen und ganz liebe Post aus aller Welt! Vielen, vielen Dank an alle, die daran gedacht haben!

Der ganze Tag war gespickt mit kleinen Ueberraschungen, die Juju vorbereitet hatte: Mittags gab es eine Messe extra fuer mich mit einem father, der aus Birma gerade angereist war. Danach ein sehr schoenes Festessen, bei dem auch Sr. Clarentia und unser lieber father George wieder dabei waren, und bei dem der father aus Birma unglaublich interessante Dinge erzaehlt hat... Leider haben die Schwestern zu Jujus Aergerniss mal wieder ein bisschen im Voraus geplaudert und mir aus Versehen verraten, dass nachmittags noch nette Kaffeegaeste kommen wuerden..... Ich habe mich aber deshalb nicht minder gefreut, als ploetzlich unsere australischen Jungens auf dem Schulrasen standen, mit father Tom (auch Australier) und auch Abhi, einem indischen Freund!!! Wir haben ein maerchenhaftes Kaffeetrinken draussen auf dem Schulrasen gemacht und ich war unglaublich gluecklich! Die Sonne hat (noch einigermassen) warm geschienen- das hatte ich noch nie an meinem Geburtstag (!!!!)- und die Stimmung war ganz ausgezeichnet. Juju hatte dann auch noch Bingo vorbereitet und ein Cosi- Qiuz, und Sackhuepfen und Pantomime, was mir ganz ganz grosse Freude bereitet hat!! (Ich hatte naemlich bei einem Christmasgathering zuvor, wo Bingo gespielt worden war, zu Juju gesagt:"Oh, das will ich an meinem naechsten Geburtstag auch spielen!"- womit ich gar nicht diesen gemeint hatte...) Die Gaeste haben sich auch sehr amuesiert- es war einfach auch eine klasse Mischung aus Schwestern, jungen Australiern, Deutschen und Indern...!
Den Schwestern wurde dann ein bisschen kalt- deshalb wurde die Kaffeetafel leider beendet (ich haette ewig da in der Sonne sitzen koennen!). Aber wir jungen, spritzigen Leutchen haben dann noch blinde Kuh gespielt und noch ein bisschen Zeit miteinander verbracht. Leider sind die Australier naemlich am naechsten Tag abgereist, was uns ein bisschen traurig gestimmt hat. Aber das hat die Stimmung nicht getruebt- Abschied war ja erst am naechsten Morgen.

Der Tag war wirklich aussergewoehnlich schoen und es war ganz toll, mal einen so anderen Geburtstag zu erleben! Ich wurde so von meiner lieben Juju verwoehnt und sogar die Sonne ist fuer einen Tag richtig rausgekommen!! Meinen alten Schnee habe ich gar nicht soo sehr vermisst...:)

Nun moechte ich gar nicht mehr so viel schreiben, sondern allen danken, die mir liebe Post gesandt haben und an mich gedacht haben, ich fuehl mich sehr geehrt!!! Vielleicht noch ein paar schoene Fotos....

Alles Liebe und DANKE an mein Juju <3!



von Cosi.