Dienstag, 22. Februar 2011

Kamele!!!

Hallohallo, ihr Lieben!

Hier kommt mal wieder ein Lebenszeichen der beiden Traveller! Wir haben 2 ganz zauberhafte Wochen verlebt- und zwar hauptsaechlich in der Wueste!

Wir hatten uns naemlich am 2. Tag im schoenen, ruhigen Pushkar dazu entschieden, den Weg von Pushkar nach Jaisalmer mit dem Kamel zu be(st)reiten und das dann auch tatsaechlich verwirklicht!! Am gleichen Tag haben wir uns nach guten und zuverlaessigen Anbietern erkundigt und dann zum Schluss auch einen sehr netten Herren gefunden. Er selbst nannte sich 'king of the camels'- sozusagen der Begruender des Kameltourismus. Das fanden wir sympatisch, haben schnell noch 3 andere traveller angeheuert und sind gestartet!

Die ersten 3 Tage war man ziemlich damit beschaeftigt, eine Reitposition zu finden, in der man minimale Muskel- und Knochenschmerzen spuerte....Nein, so schlimm war es nicht. Wir haben uns ziemlich schnell an den Schunkelschritt dieser gemuetlichen Tiere gewoehnt und ausserdem hat die schoene Landschaft alles wett gemacht. Die Gegend ist sehr steppig und trocken hier, aber man sieht, dass mehr Geld fuer Bewaesserung der Landwirtschaft da ist als in Jharkhand! Oft sind wir an gruenen, saftigen Feldern mit Wassersprengern vorbeigeritten. Einzelne Berge gibt es auch und Seen mit Wasserbueffeln und viele knorrige Baeume und dornige Straeucher, die besonders dem Kamel Raju sehr geschmeckt haben. (Raju ist andauernd zum Fressen stehengeblieben.) Wir haben ganz viele Pfauenfamilien gesehen, Antilopen, ein Reh und viele viele wunderhuebsche Voegelein...Es ist faszinierend, was fuer schillernde Farben Mutter Natur hervorbringt!!

Ganz besonders genossen haben wir die Naechte unterm freien Sternenhimmel, eingemummelt in unsere supertollen, lebensrettenden Schlafsaecke. Trotz der Kaelte und des Taus haben wir immer ziemlich gut geschlafen und sind mit der Sonne aufgestanden. Die Sonnenauf- und untergaenge waren auch immer unbeschreiblich schoen....Wir sind ja nach Westen geritten, sodass wir immer so richtig in den Sonnenuntergang geritten sind....herrlich.

Wir haben auch die Landbevoelkerung ein wenig kennen gelernt- leider hauptsaechlich in Form von Angestarrt werden. Das war sehr unangenehm und hat uns oft beschaeftigt. Aber Juju und Ich haben auch festgestellt, dass es uns leichter faellt, es zu ignorieren und es uns zu erklaeren und die indische Perspektive zu verstehen- wegen unserer Zeit in Hazaribag! Das ist fuer Leute, die nur hier Reisen, schon schwieriger...

Leider hat es zwischendrin 2 mal ziemlich doll geregnet, sodass all unsere Sachen ziemlich nass und dreckig geworden sind, aber das hat nichts gemacht, denn wir waren ja auch nass und dreckig. Da war es toll, so eine nette Gruppe zu haben, mit der man dann gut Rommee und Maumau spielen konnte! Mit den 2 Muenchnern und unserem englischen Mitreitenden haben wir wirklich sehr nette Leute kennengelernt, die auch jetzt noch im gleichen Hotel wie wir wohnen. Die Safaritruppe bestand uebrigens aus 5 Touristen (3 Frauen, 2 Maenner), 4 Kamelen (eins fuers Camel-car, wo das Gepaeck und reitmuede Touristen drauf waren)- 3 davon zum Reiten- und 4 guides. Die guides waren sehr nett, einer davon war gerade mal 14 und konnte naturlich nicht Lesen und Schreiben. Alles ging 'shanti shanti'... Entspannt und gemutlich, kein Stress, laid-back, kamelig, INDISCH. Sehr sympatisch.

Also diese Safari hat wirklich grossen Spass gemacht, trotz dem wir die richtige Sandwueste leider nur in Form EINER Sandduene erleben durften.... Das Versprechen von unserem Camelking war zwar ein anderes gewesen, aber wir vermuten mittlerweile, dass es hier gar keine richtige, grosse Sandduenenwueste gibt. Es ist eben diese Steppe und zwischendrin immer mal wieder Sandduenen und Sandberge....Anders als die Sahara. Aber das war ja klar :).

Als wir dann vor 2 Tagen hier in der goldenen Stadt Jaisalmer angekommen sind, waren wir auf jeden Fall sehr froh, ein richtiges Bett und eine heisse Dusche zu haben! Nun sind wir dabei, uns zu end-kamelisieren und sauber zu werden und dann gehts weiter. Es gibt hier viele nette Buchshops und viele andere orientalische shops und die meisten Stadtbewohner sind sehr gastfreundlich, sodass man gut entspannen kann. Die Stadt ist aus gelbem Sandstein errichtet, der guelden in der Sonne leuchtet- deshalb die "goldene Stadt". Wir sind schon ziemlich nah an der pakistanischen Grenze hier! Westlicher werden wir wohl nicht reisen...

                                                      Die Truppe und das Kamel Jonny
                                                                   Juju und das kamel

                                                                         2 der guides
                                                                   oben: Camel-car
                                          unten: Laufen zwischendurch hat die Muskeln entspannt....

Als wir am letzten Tag dann endlich UNSERE Sandduene gefunden hatten, hat es leider angefangen zu regnen, sodass wir Unterschlupf bei einem alten Baba hier in dieser netten, zauberhaften kleinen Huette suchen mussten und die Vollmondnacht leider nicht im Wuestensand verbringen konnten. Macht nichts- der Baba war nett und die Huette unglaublich gemuetlich...Ausserdem waere es ja eine Schande, in Indien gewesen zu sein und NICHT in einer solchen Huette geschlafen zu haben!


So- nun hoffe ich, euch allen geht es gut und es wird langsam Fruehling!!
Wie immer- wir FREUEN uns auf euch!!! Und gruessen alle lieb, bis zum naechsten Mal,

Eure Julia und Cosi.

Dienstag, 8. Februar 2011

Reise Part 1

Hallo ihr lieben Freunde,

nun sind wir unglaublicher Weise schon fast zwei Wochen auf Reisen. Wir haben sehr viel gesehen, sehr viel erlebt und erleben hier ein totales Kontrastprogramm zu Hazaribag.

Zu erst sind wir mit der deutschen Gruppe nach Bodhgaya, dem Erleuchtungsort Buddas und so mit ein sehr wichtiger Pilgerort fuer die Buddisten. Ein Meer aus warmen Gelb-, Orange- und Rottoenen der typischen Pilgerkleidung empfing uns herzlich, verabschiedete uns aber leider auch schon wieder am selben Abend, denn die erste Zugfahrt nach Varanasi stand bevor!

Im Zug trafen wir gleich auf zwei sehr nette Traveller, einer sogar aus Koeln, mit denen wir nette Tage in Varanasi verbrachten. Varanasi, die Stadt am heilligen Fluss Ganga, faszinierte uns in viellerlei Hinsicht. Dieses mal war es nicht der Buddismus der im Vordergrund stand, sonder der Hinduismus. Wir beobachteten auf einem Bootstrip im Morgengrauen die spirituellen Puja-Baeder der Hindus und wuschen die Hennafarbe von unseren Haenden im Ganges ab. Wir hoffen, dass sich das Henna jetzt nicht irgendwie in ein Tatoo verwandelt hat.. :)
Wirklich in Varanasi verbrachten wir drei herrliche Tage und wandelten durch die vielen winzigen Gassen, gefuellt mit Koestlichkeiten, Lassis, Schmuck und SToffen. Ein Traum fuer Maedelz!!!! Leider fuehrten die Koestlichkeiten in den weiteren Tage zu verhaengnisvollen Problemen.

Schon im Zug nach Agra (13 STunden Nachtzug...) fing Cosi an sich regelmaessig zu uebergeben, was uns zum Glueck veranlasste in ein besseres Hotel zu gehen. Ausserdem statteten wir dem nahegelegenen Krankenhaus einen Besuch fuer einen Euro ab, Cosi bekam eine Spritze und fuenf Minuten spaeter sah Cosi nicht mehr wie ein Gespenst aus! Leider loesten wir uns ab, denn nun bekam ich schrecklichsten Durchfall.... Der Hotelmanager kuemmerte sich lieber Weise sehr um uns, sodass wir dann am dritten Tag in Agra endlich das Taj Mahal nicht nur von der Dachterrasse aus sahen. Ich will gar nicht viel darueber schreiben, aber eines soll gesagt sein: Es ist sein Ruf mehr als Wert! Von Agra aus besuchten wir noch ein kleines Dorf Fatipur, dass im 16 Jahrhundert von einem etwas durchgeknallten Mongulenherrscher fuer kurze Zeit zur Hauptstadt gemacht wurde, da seine zweite Frau nach dem Beten im dortigen Tempel den ersten Sohn gebar. Daruauf hin wurde ein wahnsinniger, atemberuabender Palastkomplex erbaut, der noch in sehr gutem Zustand ist.

Von Agra ging es weiter nach Jaipur, die Hauptstadt Rajastans. Wir fuhren dort mit rellertiv grossen Erwartungen hin, da man einfach schon so viel tolles von Rajastan gehoert hat und die Altstadt (Pink City) sehr beruehmt ist. Wir wurden von Grund auf enttaeuscht!!! Wir blieben drei Naechte dort, wurden rund um die Uhr abgezockt, angesprochen und von irgendwelchen komischen indischen Maennern angeschaut. Ja der Tourismus wird dort leider noch ein bisschen falsch verstanden und die Pink City ist auch irgendwie nicht das wo nach es sich anhoert. Trotzdem hatten wir auch einige schoene Erlebnisse. So besuchten wir zum Beispiel das Raj Mandir, Asiens Kino Nummer 1. Von aussen sieht es aus wie ein Kuchenstueck und von innen ist es Glamour pur. Ich glaube ich habe noch keinen so sauberen Ort in Indien zu vor gesehen... Wir amuesieten uns reichlich in dem fast dreistuendigen Film. Das beste war, dass wir sogar fast alles von dem Hindi- Englisch- Mischmasch verstanden! Ausserdem lernten wir in Jaipur eine sehr nette oesterreichische Studentin kennen, die wie so viele andere unser Leid teilte.

Heute Morgen sind wir nun endlich weiter nach Pushkar, ein kleines Dorf am Rande der Wueste Thar, gefahren. Man kann wirklich sagen es ist eine kleine Oase. Unser Hostel ist ein Traum mit wunderschoenem Garten und wir hoffen noch mal von dem Staedtestress ein wenig runter zu kommen. Insgesammt geht es uns aber wirklich gut. Wir denken, dass es ganz normal ist, dass man auf solch einer Reise Stationen mehr oder weniger mag.

 Der erste wilde Affe!!!!



 Bodhgaya


 Willkommen in Rajastan!


Wir hoffen sehr, dass es euch allen gut geht und wir vermissen euch sehr! Heute genau sind es krasser Weise nur noch zwei Monate bis wir wieder in Deutschland sind. Wir sehen der Rueckkehr mit einem lachendem und weinendem Auge entgegen.

Allerliebste Gruesse aus Rajastan wuenschen euch
die Cosi und die Julie