Dienstag, 25. Januar 2011

"Wir hatten eine gute Zeit!"

Liebe Leser, liebe Freunde.

Dies wird vermutlich unser letzter Blogeintrag aus Hazaribag sein. Nun bleiben uns noch zwei Naecht in unseren harten, aber liebgewonnenen Betten und dann geht es auf grosse Reise. Wohin? Das verraten wir noch nicht, denn einbisschen Spannung muss ja noch bleiben...

Letzten Donnerstag ist die langersehnte Lucy-Deligation mit den Gruender von Lucy, Norbert Scheiwe, meiner Mama und noch vielen anderen wunderbaren Menschen hier in Hazaribag eingetroffen. Es macht uns sehr grosse Freude zeigen zu koennen, wo und was wir die letzten drei einhalb Monate alles erlebt, gesehen, gestaltet und erfahren haben. So hatten wir auch noch einmal die Chance diverse Projekte zubesuchen und ueberall Abschied zu nehmen. Ein sehr schoner und spannender Abschluss! Trotzdem ist auch ein wenig Stress damit verbunden, da das restliche Leben weiter geht: Es muss gepackt werden, bedankt werden, die Reise geplant werden und Abschied genommen werden.

Insgesammt war unsere Zeit in Hazaribag eine wunderbare, einmalige und unvergessliche Zeit. Wir haben Erfahrungen verschiedenster Art gemacht, die uns auf unterschiedlichste Weise gepraegt und bereichert haben. Wir danken allen von ganzem Herzen, die zu diesem Gelingen bei getragen haben. Besonderer Dank geht an unsere geliebten Sisters, die uns ein Zuhause gegeben haben, uns in iherer Familie aufgenommen haben und uns wie eigene Toechter behandelt haben. Wir sind sehr erfuellt und dankbar. Man kann schon sagen, dass wir hier so viele wunderbare, engagierte und begeisternde Menschen getroffen haben, die alle ein Ziel haben: Die Welt einbisschen besser machen. Ob es eine Schwester ist die AIDS Infizierten hilft, ein gebildeter indischer Junge ist, der sein Land von der Korruption befreien will oder ob es eine Adivasi- Weisenkind ist, das einfach nur in die Schule geht und das beste aus ihrer aussichtslosen Lebenssitution macht, alle haben wir in unser Herz geschlossen und versuchen von ihnen zu lernen. Herzlichen Dank!

Nun senden wir euch das letzte Mal ganz liebe Gruesse aus unserem Hazaribag und hoffen, dass es euch allen gut geht und nun endlich auch bei euch der Fruehling beginnt. Wir denken viel an euch und haben uns riesig ueber eure zahlreiche Post, Mails und Anrufe gefreut. Ihr glaubt garnicht wie wunderschoen es ist zu wissen wie viele Menschen an einen denken. Herzlichen Dank!

Allerliebste Gruesse
 Ein traditioneller Prayerdance mit den Hostelmaechen



 Unsere geliebte Gruppe (Cosi musste leider das Foto machen...)



 indische Impression auf dem Bazar


 noch mehr indische Impression auf der Strasse

von der Cosi und der Julia

Sonntag, 9. Januar 2011

Lucy hat (sehr) viele Schwestern!!!!!!!!!!!!!!!!!

Liebe Freunde,

wir legen euch ans Herz: Guckt euch den wunderbaren Dokumentarfilm ueber das Lucyprojekt an!

www.lucy-hilfswerk.org
unter Aktuelles

Wir sind tief beruehrt. Ein grandioser Film und wir gratulieren allen Beteilligten ganz herzlich!
Liebe Gruesse
Cosi und Julia

Samstag, 8. Januar 2011

Und so ging es weiter...

Hallo ihr Liebsten,

nun sind es nur noch zwei Wochen bis unser hochgeschaetzter Norbert (Gruender und Vorsitzender von LUCY) mit der Reisegruppe und natuerlich meine Mami kommen. Die Zeit vergeht hier wirklich wie im Nu und auch diese Woche war so erfuellt von wunderbaren und bewegenden Momenten.

Nach den langen, erholsamen Weihnachtsferien kehrte hier nach Cosis Geburtstag wieder Alltagsstimmung ein. Die Hostelmaedchen erfuellten die Schule mit Leben, die Schwestern gerieten wieder in Stress, andere Schwestern kamen aus ihrem verdienten Weihnachtsurlaub wieder und es stellte sich die Frage was wir nun noch die naechsten Wochen machen wuerden. Erfuellt, geshockt und angeregt von unsem Tarwaerlebnis beschlossen wir uns in der Schule fuer HIV positive Kinder und AIDS Weisen uns nuetzlich zu machen. Praktischer Weise befindet sich die Schule gerade mal 200m entfernt von unserem Konvent, sodass es nicht einmal grossen Aufwandes bedurfte.

Die Schule selber ist ein Zuhause fuer ca. 50 Kinder und ist einem grossen Haus, das leider in sehr schlechtem Zustand ist, untergebracht. Auf Grund der wenigen Schueler werden hier jeweils zwei Klassen zusammen unterrichtet. Die Bildung der Kinder ist leider nicht gerade gut, da viele von ihnen zu vor auf staatlichen Schulen waren. Der Grossteil der Kinder sind so oder so in der ersten oder zweiten Klasse und sprechen deshalb noch kein Englisch. Die Lehrer berichteten aber sogar, dass viele Kinder nicht einmal richtig Hindi sprechen, sondern nur ihre eingene Stammessprache, eine grosse Herausforderung!

Wir gingen sowohl vormittags, als auch nachmittags fuer zwei Stunden dort hin. Ein- bis zweimal taeglich versuchten wir den groesseren Kindern etwas Englisch nahe zu bringen und uebten mit den Kleinen das Alphabet. Das Englisch unterrichten war eher ein Vokabel lernen oder ein Spielen. Richtiger Unterricht war auf Grund viel zu anspruchsvoller Buecher und sehr schlechter Grundkenntnisse nicht moeglich. Macht nichts, schnell war "Ich packe meinen Koffer", ein Aktion-Song, "Hangman" oder Pantomime bei gebracht. Ich denke wir koennen schon sagen, dass die Kinder zumindest Spass hatten. Ob sie nun wirklich was gelernt haben.... wer weiss! So schlecht kann es aber nicht gewesen sein, denn keiner der Lehrer dort beherrscht das Englisch, sodass wir uns so oder so fragen wie der Englischunterricht normaler Weise ablaeuft. Besser gesagt: Gibt es ueberhaupt welchen?

Mit den kleinen die Alphabet erlernen machte uns besonder viel Spass, weil es wirklich Erfolg zeigt. Die Kinder waren aber auch einfach so zutraulich und foehlich, dass man immer beschwingt und gluecklich das Gelaender verliess. Meistens aber auch mit einer Ueberdehnung jedes Fingers, da an jedem Finger ein anderes Kind hing und einfach nicht mehr los lassen wollte :) Wir haben sie wirklich ins Herz geschlossen und sind wirklich vernarrt in besonders die ganz Kleinen. Trotzdem, bekommen wir einen Klos im Hals, wenn wir ueber die Frohlichkeit und Sorglosigkeit der Kinder nachdenken und feststellen muessen, dass sehr vom Schicksal (wie so viele andere auch) gezeichet sind, sich dessen nur einfach nicht bewusst sind.

Diese Woche war mal wieder, wie fast immer, eine ganz besondere. Wir hatten mindestens so viel Spass wie die Kinder,  wenn wir Verstecken spielten, Tanzten oder Plumssack spielten. Es ist wirklich wunderbar, dass die Schwestern eine grosse Familie HIV gezeichneter Kinder geschaffen haben, in der fuer jeden ein Platz ist. Auch fuer zwei fast erwachsene deutsche Maedchen. Wir sind in ausserstem Masse dankbar, dass wir dies erleben durften.
 Beim Spielen

 Cosis kleiner Engel, positiv.


 Nein, das kleine a wird so geschrieben!!!

Die Schule stellt sich vor. Links hinten der Headmaster, hinten die drei Lehrerinnen.

die Cosi und die Julia.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Jetzt hatte Cosi auch noch Geburtstag...

Hallo Hallo ihr Lieben!


Am 2. Januar hatte ich Geburtstag und nun bin ich 19 Jahre alt....! Diese Tatsache an sich ist ja nicht von einer solchen Wichtigkeit, dass ich deshalb hier einen Eintrag schreiben wollte, aber meine liebe Freundin Julia hat mir einen wirklich aussergewoehnlich wunderbaren Tag bereitet, so dass ich doch gerne ein bisschen darueber berichten und prahlen moechte:).

Nach einem herrlichen Geburtstagsfruehstueck mit 2 ganz tollen Geburtstagskuchen gab es eine ganz grosse Bescherung. Ich habe von Julia unglaublich schoene Geschenke bekommen und ganz liebe Post aus aller Welt! Vielen, vielen Dank an alle, die daran gedacht haben!

Der ganze Tag war gespickt mit kleinen Ueberraschungen, die Juju vorbereitet hatte: Mittags gab es eine Messe extra fuer mich mit einem father, der aus Birma gerade angereist war. Danach ein sehr schoenes Festessen, bei dem auch Sr. Clarentia und unser lieber father George wieder dabei waren, und bei dem der father aus Birma unglaublich interessante Dinge erzaehlt hat... Leider haben die Schwestern zu Jujus Aergerniss mal wieder ein bisschen im Voraus geplaudert und mir aus Versehen verraten, dass nachmittags noch nette Kaffeegaeste kommen wuerden..... Ich habe mich aber deshalb nicht minder gefreut, als ploetzlich unsere australischen Jungens auf dem Schulrasen standen, mit father Tom (auch Australier) und auch Abhi, einem indischen Freund!!! Wir haben ein maerchenhaftes Kaffeetrinken draussen auf dem Schulrasen gemacht und ich war unglaublich gluecklich! Die Sonne hat (noch einigermassen) warm geschienen- das hatte ich noch nie an meinem Geburtstag (!!!!)- und die Stimmung war ganz ausgezeichnet. Juju hatte dann auch noch Bingo vorbereitet und ein Cosi- Qiuz, und Sackhuepfen und Pantomime, was mir ganz ganz grosse Freude bereitet hat!! (Ich hatte naemlich bei einem Christmasgathering zuvor, wo Bingo gespielt worden war, zu Juju gesagt:"Oh, das will ich an meinem naechsten Geburtstag auch spielen!"- womit ich gar nicht diesen gemeint hatte...) Die Gaeste haben sich auch sehr amuesiert- es war einfach auch eine klasse Mischung aus Schwestern, jungen Australiern, Deutschen und Indern...!
Den Schwestern wurde dann ein bisschen kalt- deshalb wurde die Kaffeetafel leider beendet (ich haette ewig da in der Sonne sitzen koennen!). Aber wir jungen, spritzigen Leutchen haben dann noch blinde Kuh gespielt und noch ein bisschen Zeit miteinander verbracht. Leider sind die Australier naemlich am naechsten Tag abgereist, was uns ein bisschen traurig gestimmt hat. Aber das hat die Stimmung nicht getruebt- Abschied war ja erst am naechsten Morgen.

Der Tag war wirklich aussergewoehnlich schoen und es war ganz toll, mal einen so anderen Geburtstag zu erleben! Ich wurde so von meiner lieben Juju verwoehnt und sogar die Sonne ist fuer einen Tag richtig rausgekommen!! Meinen alten Schnee habe ich gar nicht soo sehr vermisst...:)

Nun moechte ich gar nicht mehr so viel schreiben, sondern allen danken, die mir liebe Post gesandt haben und an mich gedacht haben, ich fuehl mich sehr geehrt!!! Vielleicht noch ein paar schoene Fotos....

Alles Liebe und DANKE an mein Juju <3!



von Cosi.