Samstag, 8. Januar 2011

Und so ging es weiter...

Hallo ihr Liebsten,

nun sind es nur noch zwei Wochen bis unser hochgeschaetzter Norbert (Gruender und Vorsitzender von LUCY) mit der Reisegruppe und natuerlich meine Mami kommen. Die Zeit vergeht hier wirklich wie im Nu und auch diese Woche war so erfuellt von wunderbaren und bewegenden Momenten.

Nach den langen, erholsamen Weihnachtsferien kehrte hier nach Cosis Geburtstag wieder Alltagsstimmung ein. Die Hostelmaedchen erfuellten die Schule mit Leben, die Schwestern gerieten wieder in Stress, andere Schwestern kamen aus ihrem verdienten Weihnachtsurlaub wieder und es stellte sich die Frage was wir nun noch die naechsten Wochen machen wuerden. Erfuellt, geshockt und angeregt von unsem Tarwaerlebnis beschlossen wir uns in der Schule fuer HIV positive Kinder und AIDS Weisen uns nuetzlich zu machen. Praktischer Weise befindet sich die Schule gerade mal 200m entfernt von unserem Konvent, sodass es nicht einmal grossen Aufwandes bedurfte.

Die Schule selber ist ein Zuhause fuer ca. 50 Kinder und ist einem grossen Haus, das leider in sehr schlechtem Zustand ist, untergebracht. Auf Grund der wenigen Schueler werden hier jeweils zwei Klassen zusammen unterrichtet. Die Bildung der Kinder ist leider nicht gerade gut, da viele von ihnen zu vor auf staatlichen Schulen waren. Der Grossteil der Kinder sind so oder so in der ersten oder zweiten Klasse und sprechen deshalb noch kein Englisch. Die Lehrer berichteten aber sogar, dass viele Kinder nicht einmal richtig Hindi sprechen, sondern nur ihre eingene Stammessprache, eine grosse Herausforderung!

Wir gingen sowohl vormittags, als auch nachmittags fuer zwei Stunden dort hin. Ein- bis zweimal taeglich versuchten wir den groesseren Kindern etwas Englisch nahe zu bringen und uebten mit den Kleinen das Alphabet. Das Englisch unterrichten war eher ein Vokabel lernen oder ein Spielen. Richtiger Unterricht war auf Grund viel zu anspruchsvoller Buecher und sehr schlechter Grundkenntnisse nicht moeglich. Macht nichts, schnell war "Ich packe meinen Koffer", ein Aktion-Song, "Hangman" oder Pantomime bei gebracht. Ich denke wir koennen schon sagen, dass die Kinder zumindest Spass hatten. Ob sie nun wirklich was gelernt haben.... wer weiss! So schlecht kann es aber nicht gewesen sein, denn keiner der Lehrer dort beherrscht das Englisch, sodass wir uns so oder so fragen wie der Englischunterricht normaler Weise ablaeuft. Besser gesagt: Gibt es ueberhaupt welchen?

Mit den kleinen die Alphabet erlernen machte uns besonder viel Spass, weil es wirklich Erfolg zeigt. Die Kinder waren aber auch einfach so zutraulich und foehlich, dass man immer beschwingt und gluecklich das Gelaender verliess. Meistens aber auch mit einer Ueberdehnung jedes Fingers, da an jedem Finger ein anderes Kind hing und einfach nicht mehr los lassen wollte :) Wir haben sie wirklich ins Herz geschlossen und sind wirklich vernarrt in besonders die ganz Kleinen. Trotzdem, bekommen wir einen Klos im Hals, wenn wir ueber die Frohlichkeit und Sorglosigkeit der Kinder nachdenken und feststellen muessen, dass sehr vom Schicksal (wie so viele andere auch) gezeichet sind, sich dessen nur einfach nicht bewusst sind.

Diese Woche war mal wieder, wie fast immer, eine ganz besondere. Wir hatten mindestens so viel Spass wie die Kinder,  wenn wir Verstecken spielten, Tanzten oder Plumssack spielten. Es ist wirklich wunderbar, dass die Schwestern eine grosse Familie HIV gezeichneter Kinder geschaffen haben, in der fuer jeden ein Platz ist. Auch fuer zwei fast erwachsene deutsche Maedchen. Wir sind in ausserstem Masse dankbar, dass wir dies erleben durften.
 Beim Spielen

 Cosis kleiner Engel, positiv.


 Nein, das kleine a wird so geschrieben!!!

Die Schule stellt sich vor. Links hinten der Headmaster, hinten die drei Lehrerinnen.

die Cosi und die Julia.

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