Mittwoch, 20. Oktober 2010

Die Schule hat begonnen!

Namaste dost (hallo mein Freund),

herzlichen Dank fuer eure lieben Mail! Wir freuen uns sehr ueber euer Interesse an unserem Projekt.

Heute ist hier in Hazaribag die Schule wieder los gegangen! Zu dem Konvent, in dem wir hier wohnen, gehoeren zwei Schulen: die Middel English School und die High School St. Roberts. Die Kinder, die in die Middel English School gehen sind zwischen 3 und ca. 10 Jahren alt. Die High School geht bis zur 10. Klasse. Auch schon die Kleinsten koennen einfache Saetze Englisch sprechen, da der ganze Unterricht hier auf Englisch abgehalten wird (sehr gut fuer uns!). Allgemein ist die Leistungsbereitschaft und das Leistungsspektrum der Kinder wahnsinnig gross. So waren wir heute in einer Vorschulklasse, in der auch Dreijaehrige sind, und die Kinder konnten bereits Multiplizieren!!! Die Disziplin ist halt auch eine ganz andere. Im Sportunterricht, den alle Klassen einer Schule zusammen haben, sassen 500 Kinder eine halbe Stunde lang in Reih und Glied auf dem Gras ohne einen Muchs zu machen. So etwas waere in Deutschland einfach unvorstellbar. Auch der Unterrichtsablauf ist ein komplett anderer. Zu Beginn der Stunde gibt der Lehrer eine Aufgabe auf, die dann ist absoluter Stillarbeit bearbeitet wird und am Ende wird diese dann korrigiert. Dies ist vielleicht nicht die abwechslungsreichste Lernmethode, aber sicherlich eine sehr effektive! Das Lernen wuerde auch gar nicht anders gehen, denn in einem Raum, der nur mit einem Vorhang in der Mitte geteilt ist, sind meistens zwei Klassen mit a 40-60 Kindern. Unser erster Schultag war also sehr spannend und beeindurckend und wir freuen uns auf viele weitere.

Was ist sonst noch passiert?? Ehrlich gesagt, ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll...
Vorgestern haben wir Stoff fuer unseren Ersten Sari gekauft. Cosi einen orangenen und ich einen wein-roten. Gestern kam dann der Schneider um unsere Masse zu nehmen und jetzt warten wir sehnlichst auf das Ergebnis. Aber auch das Heimweh hatte uns zwischenzeitlich mal eingeholt! Doch die Telefonkarte und ein Telefonat nach Hause waren sehr heilsam :P

Der indische Alltag ist einfach unglaublich aufregend und spannend. Er ist definitiv nicht so organisiert und strukturiert wie der Deutsche, aber das ist auch manchmal ganz entspannend. Eines werden wir hier ganz sicher lernen: Spontanitaet und Flexibilitaet.

Naja so weit erst einmal. Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick in unser Leben hier bekommen und, dass es euch allen gut geht! Natuerlich freuen wir uns sehr ueber Neuigkeiten aus Deutschland!

Herzlichste Gruesse aus Hazaribag dieses Mal in Form von Bildern!!! (Ja wir haben es wirklich geschafft)


Bild 1: Cosi und Sister Sabina vor einem Tuctuc in Delhi
Bild 2: Indische Frau auf dem Bazar
Bild 3: Strasse in Hazaribag
Bild 4: Schuelerinnen der St.Roberts School beim Assembly
Bild 5: unsere indische Toilette in unserem Zimmer (man gewoehnt sich dran)




Cosi und Julia

3 Kommentare:

  1. Mädels, vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht und die Bilder. Es ist schön, so an euren überwältigenden Erlebnissen teilzuhaben. Euch weiterhin viel Kraft und Energie! Herzliche Grüße, Magdalena

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  2. Liebe Cosi und Julia! habe mich bei googlemail angemeldet, mal gucken, ob's klappt. Wir sind gestern aus Rom zurückgekommen, das muss so ungefähr der unterschiedlichste, gegensätzlichste Ort sein im Vergleich zu Kalkutta: europäische Geschichte von über 3000 Jahren in einer Art Gesamtkunstwerkwerk erlebbar. Ich war zum 5.(!) mal in Rom und wieder ganz überwältigt von der Schönheit und Erhabenheit dessen, was Menschen erschaffen können. Wir wohnten in einer schönen Wohnung in der Strasse, in der auch Ingeborg Bachmann einmal gewohnt hat. ich weiß nicht, ob ich noch weiter schwärmen kann, oder ob ich jetzt aufhören muss? Aber anscheinend skrollt sich das Dialogfeld weiter nach unten! Euch weiterhin soviele wunderbare Eindrücke!
    Ganz liebe Grüße aus Köln von Trude

    P.S.
    Ein Gedicht von I. Bachmann für Euch:
    Strömung
    So weit im Leben und so nah am Tod,
    daß ich mit niemandem darüber rechten kann,
    reiß ich mir von der Erde meinen Teil;

    dem stillen Ozean stoß ich den grünen Keil
    mitten ins Herz und schwemm mich selber an.

    Zinnvögel steigen auf und Zimtgeruch!
    Mit meinem Mörder Zeit bin ich allein.
    In Rauch und Bläue puppen wir uns ein.

    1957

    P.P.S. solche Klos gibt es übrigens auch schon in Frankreich und sie sind viel hygienischer als unsere - wenn man es recht betrachtet.

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  3. Namaste Ihr 2!
    Klasse Idee quasi eine LIVE Schaltung für alle Europäer mit Indienheimweh zu schalten! Habe Euch mit der LUCY Homepage und Facebook verlinkt und freue mich auf die neuesten Nachrichten aus Indien. Viele Grüsse an die Sisters und Euch noch weiterhin gutes Ankommen und viele indische Erfahrungen!
    Michael Siebert

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