Freitag, 12. November 2010

Chatt!


So es gibt mal wieder Neuigkeiten aus Hazaribag!








 Nach einer recht anstrengenden Woche mit viel unterrichten, shoppen und spielen, sind nun erst einmal wieder Ferien :). Also Deutschland macht definitiv irendetwas falsch, ich hatte zu hause nie so viel frei :P. Die Hindus feieren naemlich in diesen Tagen Chatt. In dem Staat Bihar und bei uns in Jharkhand hat dieses Fest eine besonders grosse Bedeutung. Die Festtage sind dem Sonnengott gewidmet und die Hauptzeremonien finden auch zu Sonnenauf- und untergang statt. Je eine Frau einer Grossfamilie muss in dieser Zeit 24 Stunden auf Essen und Trinken fasten. Am Nachmittag zieht die ganze Familie, begleitet von Gebetsgesaengen und Opfergaben, dann zu Fuss zum Wasser (Teich oder Fluss). Die Auserwaehlte wird dann zum Sonnenuntergang ins Wasser steigen, dreimal untertauchen und dann sich mit Obstkoerben und Milch im Kreis drehen. Das ganze wird mit Feuerwerkskoerpern und den restlichen Familienmitgliedern kraeftig unterstuetzt. Anschliessend zieht die Familie wieder nach Hause, wo sie die ganze Nacht durch singen, beten und tanzen. Zum Sonnenaufgang sind sie dann wieder am Wasser, wo die ganzen Zeremonie noch einmal wiederholt wird.

Wir hatten die Ehre dieses Fest live mit erleben zu koennen. Eine Lehrerin, Miss Neema, hatte uns zu ihrer Familie eingeladen. So fuhren wir gestern, natuerlich im Saree, zu ihr hin und begeiteten die Familie waehrend der ganzen Zeremonie. Die Stimmung war einfach unbescheiblich. Wenn einfach hunderte von Familien diese Zeremonie gleichzeitig durchfuehren und die Sonne waehrend dessen langsam untergeht, ist es einfach berauschend. Man hatte wirklich das Gefuehl, die Menschen verneigten sich vor der Sonne und die Sonne sich vor ihnen. 

Natuerlich ist diese Religion einfach so einer andere als unsere und oft ist es auch schwer fuer uns jetzt den Sinn in dieser voellingen Hingebung zu sehen. Aber sie ist definitiv wunderschoen und sie schaenkt den Menschen Kraft. Ueber die Ferien sind auch ein paar Maedchen, dessen nach Hauseweg zu lang fuer die paar Tage ist, in dem Hostel geblieben. So sind wir auf die Idee gekommen ihnen bezubringen wie man Freundschaftsarmbaender knuepft. Wir haben wunderschoene, bunte Faeden gekauft und haben es ihnen in einer ruhigen Minute beigebracht. Es hat wirklich wahnsinnig viel Spass gebracht. Wie wir alle so meditativ einfach nur da sassen und vor uns hin genuepft haben, frei von irgendwelchen sparchlichen und kulturellen Bairerren war wirklich grossartig. Nun ist es der Plan, dass wir mit den Hostelgils ein Krippenspiel fuer Weihnachten einueben werden. Ich denke, dass ist wirklich einen schoene Idee und wir haben ein Ziel vor Augen. Ich hoffe es klappt auch wirklich, das weiss man immer nicht so genau. Zwar ist ihr Englisch wirklich sehr rudimentaer, vor allem das Sprechen, aber einen Text auswendig lernen kann man ja immer. Ich habe auch in der dritten Klasse irgend ein Englisches Theaterstueck auf gefuert und wusste nicht so genau was ich sage.... :) Naja mal sehen wie sich das angehen laesst. 

Inzwischen sind wir auf jeden Fall schon richtig indisch geworden. Das Saree binden wird immer einfacher (ein bisschen Hilfe ist immer noch willkommen) und Einkaeufe auf dem Bazar erledingen wir auch meistens ohne Begleitung. Manche Menschen erkennen uns sogar schon wieder und freuen sich wenn wir sie besuchen kommen, so zum Beispiel der Postofficer.... :). Es tut gut, wenn man schon Leute kennt und weiss an wen man sich halten muss, wer Englisch kann und wer einem weiter helfen kann. Das erleichtert doch einiges und erspart einem Frustation, wenn was nicht klappt. 
Ja so weit so gut. Jetzt sind erst mal Ferien. Vielleicht werden wir diese Woche mal in ein anderes Projekt rein schnuppern. Aber es wird schon was um die Ecke kommen. Immer wenn man denkt. Ohhh Gott, was soll ich denn jetzt nur machen, hat jemand eine Idee und es gibt was zu tun. 
Ich sende euch ganz liebe Gruesse und Sonne nach Deutschland (ich habe bis auf mein Geburtsjahr, noch nie so einen warmen November erlebt, es ist herrlich!)
Ach so einen Bitte haetten wir noch. Wir haben ein kleines Problem mit dem empfangen von SMS. Es ist zwar wirklich nett, wenn ihr uns eine schickt, das Problem ist nur, dass wir sie ca. 100mal empfangen. Das ist doch manchmal echt nervig, weil das dann garnicht mehr aufhoeren will, bis die naechste kommt. Deshalb die Bitte: Schickt uns keine SMS, ruft uns doch kurz an; mit der Billigvorwahl kostet das auch nur 2ct pro Minute. Wir freuen uns immer sehr von euch zu hoeren!

Eure Cosi und Julia

Montag, 8. November 2010

Eine Woche weiter...November!

Hallo liebe Leute!

Nun ist schon wieder eine Woche vergangen und wir wollen ein wenig berichten!
Es ist wieder etwas waermer geworden hier im indischen Hazaribag und die Moskitos denken gar nicht daran, sich zu dezimieren. Wir lassen uns davon aber natuerlich gar nicht aus der Ruhe bringen- und lernen jeden Tag Neues kennen.
Letzten Freitag hatten die Schueler frei, wegen des grossen Diwali-Festes der Hindus. Aber nicht nur Hindus feiern dieses wunderschoene Lichterfest, sondern auch alle anderen Religionen nehmen Teil und machen fleissig Laerm mit lauten (!) Feuerwerkskoerpern. Ausserdem werden ueberall auf den Flachdaechern und in den Fenstern Oel- und Wachslaempchen aufgestellt, was einen wunderschoenen Anblick gibt. Das war wirklich nett anzuschauen und hat uns sehr an Sylvester erinnert, aber nach 2 Tagen durchgehender Boellerei hatten wir auch genug und die Inder glaube ich auch. Die Hindus feiern uebrigens die Rueckkehr eines Gottes aus dem Exil und dessen Sieg ueber einen anderen, boesen Gott. Die Lichter sollen Reinheit in der Seele und Harmonie zwischen den Menschen symbolisieren und schaffen.
Am Freutag steht auch schon das naechste grosse Fest an: Chatt. Dafuer gibt es sage und schreibe eine ganze Woche schulfrei. Wir sind gespannt und bewundern die indische Feierlaune!
Am Sonntag waren wir ein bisschen ausserhalb von Hazaribag auf einer Jubilaeumsfeier zweier Schwestern eingeladen und durften einen sehr schoenen Gottesdienst miterleben. Zwar war alles auf Hindi, sodass wir nichts verstanden haben, aber die Musik und die Taenze waren sehr schoen und irgendwie war das Ganze sehr meditativ. Es fand in einem Konvent statt, das mit ganz vielen anderen Konvents auf einem Grundstueck von 150 acres angelegt ist. Drumherum sind Wiesen und Felder mit Mango- und Bananenbaeumen und Kuehen und Ziegen. Paradiesische Landschaft! Und auch die fahrt dorthin hat uns sehr gut gefallen-uebers Land und durch die Doerfer. Davon wollen wir unbedingt noch mehr sehen!
In der Schule unterrichten wir jetzt zunehmend auch ganz alleine. Letzte Woche haben wir viel in der 4. Klasse unterrichtet und gestern das erste Mal auch die 5. Klasse und sogar die Vorschulkinder in Mathe (die ja fast gar kein Englisch sprechen)! In der 4. und 5. Klasse klappt das eigentlich sehr gut (die 5. Klaessler sind besonders neugierig und pubertaer albern) und macht auch wirklich grossen Spass! Und die Vorschulkinder sind unglaublich niedlich, aber sehr unruhig und die Kommunikation gestaltet sich eben etwas schwierig. Aber irgendwie versteht man sich doch einigermassen! Gestern haben wir mit der einen Vorschulklasse in der "games-lesson"Wettrennen gespielt und sie haben relativ schnell verstanden, worum es geht:). Der Gewinner bekam eine kleine Suessigkeit. Was sehr gut klappt ist zum Beispiel auch das alte "Pferderennen" Spiel- falls ihr euch erinnert:)! Das macht ihnen grossen Spass. Und Singen ist auch immer gut, obwohl sie dabei auch sehr albern werden manchmal. Dann hilft nur noch die Ansage:"sit down, head on the desk!" und das hindische: "Chub raho!" (Ruhe!)- haben wir von den Lehrern gelernt. Uebrigens schaeuen sich die Lehrer nicht, auch mal ihr Lineal fuer einen zurechtweisenden Klapps einzusetzten(nur in den Vorschulklassen bis zur 2. hoechstens), was wir nicht uebernehmen werden! Ansonsten ist das Schueler-Lehrer-Verhaeltnis sehr liebevoll, soweit wir es beurteilen koennen.
Julia und Ich lernen auch immer mehr die "indische Art" kennen und dass es wirklich manchmal ganz anders zugeht als in Deutschland! Das ist immer noch gewoehnungsbeduerftig. Lehrer kommen auch mal einfach nicht zur Schule, Schneider brauchen zum Schneidern eine Woche anstatt von 2 versprochenen Tagen und haben dann falsch genaeht und ein Volleyballkurs, den wir uebernehmen sollten und den wir sehr gern geleitet haetten, wird im letzten Moment doch noch von einem father uebernommen. Tja, so ist es wohl- wir lernen, damit umzugehen.
Ansonsten geniessen Julia und ich unsere Zeit wirklich sehr und freuen uns auf alles, was kommt! Wir haben schon viel auf unserer Das-wollen-wir-unternehmen-Liste; zum Beispiel ganz schnell noch mal einen leckeren Lassi trinken bei dem einzigen Stand, der ihn in ganz Hazaribag um diese Jahreszeit noch verkauft und den wir letzte Woche entdeckt haben!
Wir senden allen ein bisschen indische Novembersonne und hoffen, euch allen geht es gut!

Liebste Gruesse!
Julia und Cosima. 



                                             Julia und Schwestern beim Saree-Einkleidungsakt


                                                 Julia und Schwestern bei der Jubilee-Feier


                                                             Cosi und Hirte auf dem Feld


                                                    Hostelkinder beim Spielen nachmittags


                                                               Hund auf Nahrungssuche

Sonntag, 31. Oktober 2010

Neues aus Hazaribag!

Halli hallo ihr lieben fleissigen Leser,

zuerst einmal wollten wir uns ganz herzlich bedanken, dass ihr mit so viel Interesse unsere Erlebnisse verfolgt. Es tut doch einfach gut auch in einer so fernen Welt immer zu wissen: man denkt an uns :)

Da heute Sonntag ist und die meisten zu einer Pilgerstaette gefahren sind, ist es heute mal ein bisschen ruhiger und wir haben mal Zeit fuer Dinge, die manchmal etwas zu kurz kommen, so zum Beispiel Blog schreiben.... Viele von euch haben schon einmal angemerkt, dass sie mal gerne wissen wuerden, wie unser Tagesablauf so ist, deshalb nehme ich das heute mal zum Anlass, dies zu tun!

Morgens stehen wir gewoehnlich um 6:20 Uhr auf. Nach einer KALTEN Dusche und etwas Dehnuebungen gehen wir dann rueber in den Konvent zum Fruehstueck.Unser Zimmer ist naemlich im Schulgebaeude. Zum Fruehstueck gibt es immer Chapati (eine Art Teigfladen, sehr lecker), so Currygemuese und Erdnussbutter (freut mich ganz besonders). Auf Nachfrage gibt es auch Honig und echt komische Marmelde.

Anschliessend gehen wir wieder auf unser Zimmer und doesen noch ein wenig oder lesen. Um 8:45 Uhr gehen wir dann zu unseren Klassen, die um 9 Uhr beginnen. Nach den ersten zwei Stunden gehen die Schwestern und wir erst einmal gemuetlich einen Chai trinken, der Tee mit Milch entwickelt sich gerade zu unserem Lieblingsgetraenk, und dann folgen zwei weitere Schulstunden mit den Kindern bis zum Mittagessen um 12 Uhr. Es gibt immer Reis und so eine Art Linsensuppe/ -sauce, Gemuese aller Art (Bohnen, Ladyfinger ?!, Kartoffeln, Blumenkohl, Kuerbis und irgendwelche Sachen die wir nicht kennen, Fleisch oder Fisch manchmal und immer Obst (Aepfel, Bannanen, Orangen und Sweet Lemon; aber leider keine Mangos, die gibt es nur im Sommer). Recht erschoepft vom Vormittag haben wir dann meistens zwei Freistunden, in denen wir uns ausruhen. Manchmal haben wir aber auch schon Schluss.

Am Nachmittag lesen wir viel, fahren auf den Bazar, besuchen andere Konvents, spielen und singen mit den Kindern, waschen und erledigen die noetigen Dinge. Aber natuerlich nicht ohne Chai- Pause. Um 16 Uhr gibt es immer die kleine Erholung mit kleinen Koestlichkeiten, die aber oft sehr fettig sind... Da es auch schon frueh dunkel wird, wird man auch schneller meude. Ausserdem sind das Klima, das Frueheaufstehen und die vielen Eindruecke immer noch recht anstrengen, sodass wir nach dem Abendessen, dass um 19 Uhr ist auf unserem Zimmer sind. Dort schreiben wir Tagebuch, Lesen und so. Schon um 21:30 machen wir dann meistens, nicht nur wegen den Moskitos, das Licht aus.

So ich hoffe ihr habt jetzt mal so einen groben Ueberblick darueber bekommen, was wir hier den ganzen Tag so machen. Und nun kommt eine kleine Schilderung der neusten Erlebnisse, die uns sehr bewegen!

Die Schweizer mit Sister Clarentia und zwei weiteren Schwestern!
Am Freitag ist der Bruder einer schweizer Schwester, die hier in einem Konvent in der Naehe wohnt, mit zwei Freunden aus der Schweiz angekommen. Als sie unsere Schule besuchten, durften wir sie einwenig rum fuehren und es tat echt gut auch nochmal einwenig Deutsch zu sprechen. Wie immer wurden wie von allen herzlich willkommen gehiessen und gingen dann weiter zum VTI, einem anderen Konvent in der Naehe. Dieser hat sich die berufliche Ausbildung von jungen Erwachsenen und damit die Chance auf einen guten Arbeitsplatz als Ziel gesetzt. So bilden sie Koeche, Baecker, Kindergaertnerinnen, Manager, Kelner, Sekretarinnen und vieles mehr aus. Dieses Ausbildungszentrum hat uns sehr bewegt, da es einfach schoen ist zu sehen, wie dankbar die Menschen fuer ihre Chance, die sie bekommen sind und  mit welcher Begeisterung sie sie verfolgen. Auch die Raeumlichkeiten sind einfach sehenswert, wir haben versucht sie in ein paar Bildern einzufangen. Wir hoffen sehr, dass wir dort noch einmal hinkommen werden.

Junge Inder bei ihrer Backausbildung
Gestern waren wir dann noch einmal ausfuehrlich auf dem Bazar und haben mal wieder nicht satt sehen koennen! Es ist einfach unbeschreiblich toll sich die Inder beim Handeln und Verkaufen zubeobachen, ja sogar Teil davon zu werden. Inzwischen erkennen wir sogar  Laeden, Ecken, Maerkte und auch Menschen wieder. So auch einen Stoffverkaeufer, der nicht muede wird bei jedem Stoff, den er einem zeigt zu sagen: " Ohhhh, this is a very nice colour! This would look so nice on you!" Naja, Haendler sind halt auf der ganzen Welt irgendwie gleich, nicht wahr?

eine wunderschoene alte Schreibmaschiene im VTI
Wie gesagt ist ja heute Sonntag und zur Feier des Tages haben Cosi und ich uns heute mal an unserer einfachen Kueche probiert. Wir haben auch mit einfachen Mitteln doch tatsaechlich einen Apfelkuchen mit Streuseln zu Stande bekommen und ich warte sehnlichst, dass ich ihn endlich probieren kann. Deshalb auch genug fuer heute!

Wir gruessen euch ganz herzlich!
Eure Cosi und Juli (so nennen mich die Lehrer hier...das a scheint etwas schwierig zu sein! :) )

P.S.: Morgen findet bei den Schwesten ein Fest statt, da werden wir das erste Mal unsere Sarees tragen! Bilder versprochen!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Kolkata!














  KOLKATA!

Hallo zusammen!

Nun waren wir wahrhaftig nach einer Woche Indien schon in dem sagenhaften Kolkatta!
Und zwar nicht zu zweit, sondern zu 110.!

Unten auf dem Foto sind die 100 Schuelerinnen zu sehen. Dazu 5 Lehrer, zwei Schwestern und wir-als eher ueberfluessige Mitreisende.
Trotz dem die Reiseteilnehmerkapazitaeten ziemlich ausgreizt waren, hat Sister Agnes uns noch mitgenommen und uns sogar zwei Sitzplaetze ganz vorn im Bus reserviert. Die Schuelerinnen mussten groesstenteils ziemlich zusammengepfercht in gepaeckablage aehnlichen Kabinchen ueber den Sitzreihen sitzen, weshalb wir uns ziemlich bloed fuehlten. Ablehenen konnten wir die Sitze aber nicht, das haette die indische Gastfreundschaft nicht zugelassen. Wir waren dann auch sehr froh, dass wir ein wenig schlafen konnten, weil es nach der Ankunft am fruehen Morgen in Kolkata auch schon bald losging. Nahrung war aus Hazaribag mitgebracht worden und wurde vor Ort von einem Organisationsteam, das die Schwestern ueber einen Bekannten engagiert hatten, zubereitet (diese Helferlein bekamen uebrigens kein Entgeld, und sie haben uns die kompletten drei Tage herumgefuehrt).
Am ersten Tag besuchten wir als erstes das Victoria Memorial, ein pompoeses Bauwerk, das fuer Queen Victoria errichtet worden war. Das Gebaude ist aus Marmor, der aus England importiert worden war, sehr beeindruckend. Und die Gartenanlage war auch wirklich schoen. (Unten 2 Fotos). Dann waren wir ausserdem im Zoo, der etwas verfallen und aeltlich war und uns Sehnsucht nach weiter, natuerlicher Natur gemacht hat. Trotzdem sehr nett fuer die Schuelerinnen.
Ausserdem haben wir an dem Tag noch die St. Pauls Cathedral und ein Kindermuseum besucht, in dem lauter Puppen aus verschiedenen Laendern ausgestellt waren(auch aus Deutschland;Offizierspuppen...).
Fuer den naechsten Tag war eine Tour "an den Strand" geplant- 2 Std Busfahrt aus dem staubigen, lauten Kolkata raus zum Gangesdelta, wo wir den Beginn der Bay of Bengal sehen konnten. Es war sehr sehr heiss und bedeckt und die ganze Gruppe war etwas angestrengt. Strand gab es nicht, dafuer aber kleine Fischerhuettchen und Kokosnuesse als Erfrischung: Fotos sind unten zu sehen.
Nach einigen Umwegen auf Grund von Bauarbeiten in Kolkata sind wir noch in ein indisches Kaufhaus gegangen, das man hier Bazaar nennt (Julia und ich hatten uns auf einen schoenen Markt gefreut; der heisst hier aber “market”….Nun denn, so haben wir mal ein indisches Galeria Kaufhof kennen gelernt und einige nuetzliche Dinge besorgen koennen.).
Am Dienstag machten wir vormittags einen Ausflug in eine “Science City”, was jungen Menschen wohl physikalische Gesetze, die Evolution und den Weltraum naeher bringen sollte. Wir kannten eig alles schon, trotzdem war es sehr interessant, die Schuelerinnen beim Erkunden zu beobachten. Die Ausstellungsstuecke und Dinge zum Ausprobieren waren alle etwas marode, aber sehr nett gestaltet. Wir haben alle zusammen einen Film ueber Delphine in einem Planetarium gesehen und einen 3-D Film ueber Dinosaurier. Sehr lustige Erfahrung.
Nach 4 Std holten uns dann die zwei Busse ab, die uns die ganze Zeit mit grossen Hallo durch die Stadt chauffierten( der Busfahrer war leidenschaftlicher Huper). Jetzt sollte die ganze Truppe ein paar Stationen mit der Metro fahren, damit die Maedchen diese Erfahrung auch mal gemacht haetten. Das war vielleicht eine Aufregung!Jede Aufsichtsperson ordnete andere Vorsichtsmassnahmen an und alle riefen durcheinander, sodassdie Maedchen, als der Zug da war alle gleichzeitig in die Bahn stuermen wollten…
Alle hatten sehr viel Spass und am Ende ging auch alles gut und keiner ging verloren, bis auf Sister Tacilla, die wohl einen anderen Aufgang genommen hatte, weshalb alle  dachten, sie sei verloren gegangen. War sie aber nicht, gott sei dank.                                                                                                        Es war sehr faszinierend, 100 junge Maedchen zu sehen, wie sie mit 15 Jahren das erste mal Rolltreppe fuhren! Und dafuer, dass sie vorher noch niemals wirklich aus Hazaribag rausgekommen waren, haben alle unglaublich gut mitgemacht, sich niemals beschwehrt, obwohl sie nicht wirklich Duschwasser hatten, geschweige denn (nach unseren Verhaeltnissen) genuegender Toiletten. Sie schliefen auf einem Bettenlager in einem Haus ohne wirkliche Fenster/Tueren/Mueckenschutz. Aber sie bekamen genuegend Nahrung und eine organisierte Stadttour, die sehr anstrengend war, aber den Maedchen viel gezeigt hat und ich glaube, es hat allen grossen Spass gemacht.
Wir waren zeitweise ziemlich angestrengt und entnervt, weil es schon sehr andere Hygieneverhaeltnisse waren und die Stadt eben sehr laut und voll ist. Ausserdem wollten die Schueler (und auch Fremde auf der Strasse) andauernd Fotos mit und von uns machen, was auf Dauer sehr ermuedend sein kein. Aber wir sind sehr sehr froh, dass wir mitkommen durften und nun nach einer Woche Indien schon eine so gewaltige Stadt gesehen haben. Wir haben in Vorbereitung auf unsere Reise schon ein paar Dinge gelernt und gesehen und haben auch ein paar sehr nette Schuelerinnen naeher kennengelernt.
Auf den Busfahrten und bei der Metro-tour haben wir auch Wohnviertel und Slums und das Treiben auf der Strasse noch mal naeher betrachten koennen. Ansonsten haben wir aber keine “Spaziergaenge” durch die Stadt gemacht- mit so vielen Leuten ist das nicht moeglich gewesen. Das haetten Julia und ich gern noch gemacht, aber aehnliche Struckturen werden wir auf unserer Reise sicherlich noch sehen und so haben wir ja auch viel erlebt und erfahren! Wir sind jetzt aber auch froh, wieder da zu sein und den Alltag kommen zu lassen!
Also soviel zu unserem Kolkata-Abenteuer und erstmal lieben Gruss aus Hazaribag!

Julia und Cosima.


 Oben die mitreisenden 100 Schuelerinnen in doppel-Reih und Glied/
unten Schuelerinnen, Cosi und Lehrerin vor dem Victoria memorial in Kolkata

Hier die lustigen Lehrer mit neuerworbenen Strohhueten
Juju geniesst die Kokosnuss-Erfrischung am Gangesdelta/Bay of Bengal

Fischernetze werden geknuepft

Science-City; 3-D-Kino ueber Dinosaurier
Strassenszene in Kolkatta




Es war wahnsinnig spannend und aufregend, diese Elefantenklassenreise mitzumachen. Sind heil wieder in unserem kleinen, netten, sauberen Zimmerchen angekommen.

Liebste gruesse an alle!
Julia und Cosima

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Die Schule hat begonnen!

Namaste dost (hallo mein Freund),

herzlichen Dank fuer eure lieben Mail! Wir freuen uns sehr ueber euer Interesse an unserem Projekt.

Heute ist hier in Hazaribag die Schule wieder los gegangen! Zu dem Konvent, in dem wir hier wohnen, gehoeren zwei Schulen: die Middel English School und die High School St. Roberts. Die Kinder, die in die Middel English School gehen sind zwischen 3 und ca. 10 Jahren alt. Die High School geht bis zur 10. Klasse. Auch schon die Kleinsten koennen einfache Saetze Englisch sprechen, da der ganze Unterricht hier auf Englisch abgehalten wird (sehr gut fuer uns!). Allgemein ist die Leistungsbereitschaft und das Leistungsspektrum der Kinder wahnsinnig gross. So waren wir heute in einer Vorschulklasse, in der auch Dreijaehrige sind, und die Kinder konnten bereits Multiplizieren!!! Die Disziplin ist halt auch eine ganz andere. Im Sportunterricht, den alle Klassen einer Schule zusammen haben, sassen 500 Kinder eine halbe Stunde lang in Reih und Glied auf dem Gras ohne einen Muchs zu machen. So etwas waere in Deutschland einfach unvorstellbar. Auch der Unterrichtsablauf ist ein komplett anderer. Zu Beginn der Stunde gibt der Lehrer eine Aufgabe auf, die dann ist absoluter Stillarbeit bearbeitet wird und am Ende wird diese dann korrigiert. Dies ist vielleicht nicht die abwechslungsreichste Lernmethode, aber sicherlich eine sehr effektive! Das Lernen wuerde auch gar nicht anders gehen, denn in einem Raum, der nur mit einem Vorhang in der Mitte geteilt ist, sind meistens zwei Klassen mit a 40-60 Kindern. Unser erster Schultag war also sehr spannend und beeindurckend und wir freuen uns auf viele weitere.

Was ist sonst noch passiert?? Ehrlich gesagt, ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll...
Vorgestern haben wir Stoff fuer unseren Ersten Sari gekauft. Cosi einen orangenen und ich einen wein-roten. Gestern kam dann der Schneider um unsere Masse zu nehmen und jetzt warten wir sehnlichst auf das Ergebnis. Aber auch das Heimweh hatte uns zwischenzeitlich mal eingeholt! Doch die Telefonkarte und ein Telefonat nach Hause waren sehr heilsam :P

Der indische Alltag ist einfach unglaublich aufregend und spannend. Er ist definitiv nicht so organisiert und strukturiert wie der Deutsche, aber das ist auch manchmal ganz entspannend. Eines werden wir hier ganz sicher lernen: Spontanitaet und Flexibilitaet.

Naja so weit erst einmal. Ich hoffe ihr habt einen kleinen Einblick in unser Leben hier bekommen und, dass es euch allen gut geht! Natuerlich freuen wir uns sehr ueber Neuigkeiten aus Deutschland!

Herzlichste Gruesse aus Hazaribag dieses Mal in Form von Bildern!!! (Ja wir haben es wirklich geschafft)


Bild 1: Cosi und Sister Sabina vor einem Tuctuc in Delhi
Bild 2: Indische Frau auf dem Bazar
Bild 3: Strasse in Hazaribag
Bild 4: Schuelerinnen der St.Roberts School beim Assembly
Bild 5: unsere indische Toilette in unserem Zimmer (man gewoehnt sich dran)




Cosi und Julia

Sonntag, 17. Oktober 2010

Angekommen!!!

Hallo ihr Lieben!

Ja wir sind noch am Leben.... und haben gerade das indische Internet zum Leben erweckt! Nach drei Tagen Anreise mit Zwischenstops in Dubai und Delhi sind wir endlich in Hazaribagh gelandet. Die Eindruecke und Erlebnisse sind so viel zaehlig, das wir gar nicht alles erzaehlen koennen...

Indien ist einfach wunderbar, die Menschen sind so offen, die Kultur wahnsinnig vielfaeltig  und die Natur einfach atemberaubend schoen. Wir haben sogar schon selbst geerntete Erdnuesse gegessen und einen Bananenbaum gesehen. Heute waren wir auf dem Bazar in Hazaribagh und haben Schuhe fuer ca. 2,5 Euro pro Paar gekauft...Wir tragen auch schon indische Kleidung, genannt Suits d.h. es ist eine lange Blouse und eine duenne Hose. Ein Foto bekommt ihr naechstes mal, wir wollen den Computer heute nicht ueberfordern ;)

Aber auch die Armut und der Muell, der ueberall rum liegt, machen uns schon zu schaffen... Als wir einmal in einem Taxi an einer roten Ampel standen griff sogar eine Frau durch das offenen Fenster. Apropo Verkehr, der Verkehr ist einfach der Wahnsinn hier!!! Eigentlich einfach wie alle es uns im Vorhinein profezeit haben... wir fragen uns immer wieder, wie es sein kann ohne Unfall ein zukommen.

In Hazaribagh leben wir nun in einem Convent in der St. Roberts School. Momentan sind noch Ferien, da die Hindus ein hohes Fest feiern, dass sich ueber 10 Tage erstreckt. Wir denken, dass ist aber eigentlich ganz gut, denn nun haben wir noch einwenig Zeit uns einzuleben und die Schwestern haben Zeit fuer uns.

Wir hoffen, dass wir euch fuers erste ein paar Impressionen geben konnten was wir hier erleben. Insgesammt geht es uns aber wirklich sehr gut und wir freuen uns wahnsinnig auf die kommenden sechs Monate!

Ganz liebe Gruesse aus dem sehr warmen Indien!

Cosi und Julia
 

Freitag, 15. Oktober 2010

Ankunft in Indien

Julia und Cosima sind in Indien angekommen, haben jedoch zur Zeit kein Netz um einen Post zuschreiben.
Sie haben jedoch Magdalena eine SMS geschick und geschrieben das sie gut angekommen sind!


Lg Nick