Dienstag, 25. Januar 2011

"Wir hatten eine gute Zeit!"

Liebe Leser, liebe Freunde.

Dies wird vermutlich unser letzter Blogeintrag aus Hazaribag sein. Nun bleiben uns noch zwei Naecht in unseren harten, aber liebgewonnenen Betten und dann geht es auf grosse Reise. Wohin? Das verraten wir noch nicht, denn einbisschen Spannung muss ja noch bleiben...

Letzten Donnerstag ist die langersehnte Lucy-Deligation mit den Gruender von Lucy, Norbert Scheiwe, meiner Mama und noch vielen anderen wunderbaren Menschen hier in Hazaribag eingetroffen. Es macht uns sehr grosse Freude zeigen zu koennen, wo und was wir die letzten drei einhalb Monate alles erlebt, gesehen, gestaltet und erfahren haben. So hatten wir auch noch einmal die Chance diverse Projekte zubesuchen und ueberall Abschied zu nehmen. Ein sehr schoner und spannender Abschluss! Trotzdem ist auch ein wenig Stress damit verbunden, da das restliche Leben weiter geht: Es muss gepackt werden, bedankt werden, die Reise geplant werden und Abschied genommen werden.

Insgesammt war unsere Zeit in Hazaribag eine wunderbare, einmalige und unvergessliche Zeit. Wir haben Erfahrungen verschiedenster Art gemacht, die uns auf unterschiedlichste Weise gepraegt und bereichert haben. Wir danken allen von ganzem Herzen, die zu diesem Gelingen bei getragen haben. Besonderer Dank geht an unsere geliebten Sisters, die uns ein Zuhause gegeben haben, uns in iherer Familie aufgenommen haben und uns wie eigene Toechter behandelt haben. Wir sind sehr erfuellt und dankbar. Man kann schon sagen, dass wir hier so viele wunderbare, engagierte und begeisternde Menschen getroffen haben, die alle ein Ziel haben: Die Welt einbisschen besser machen. Ob es eine Schwester ist die AIDS Infizierten hilft, ein gebildeter indischer Junge ist, der sein Land von der Korruption befreien will oder ob es eine Adivasi- Weisenkind ist, das einfach nur in die Schule geht und das beste aus ihrer aussichtslosen Lebenssitution macht, alle haben wir in unser Herz geschlossen und versuchen von ihnen zu lernen. Herzlichen Dank!

Nun senden wir euch das letzte Mal ganz liebe Gruesse aus unserem Hazaribag und hoffen, dass es euch allen gut geht und nun endlich auch bei euch der Fruehling beginnt. Wir denken viel an euch und haben uns riesig ueber eure zahlreiche Post, Mails und Anrufe gefreut. Ihr glaubt garnicht wie wunderschoen es ist zu wissen wie viele Menschen an einen denken. Herzlichen Dank!

Allerliebste Gruesse
 Ein traditioneller Prayerdance mit den Hostelmaechen



 Unsere geliebte Gruppe (Cosi musste leider das Foto machen...)



 indische Impression auf dem Bazar


 noch mehr indische Impression auf der Strasse

von der Cosi und der Julia

Sonntag, 9. Januar 2011

Lucy hat (sehr) viele Schwestern!!!!!!!!!!!!!!!!!

Liebe Freunde,

wir legen euch ans Herz: Guckt euch den wunderbaren Dokumentarfilm ueber das Lucyprojekt an!

www.lucy-hilfswerk.org
unter Aktuelles

Wir sind tief beruehrt. Ein grandioser Film und wir gratulieren allen Beteilligten ganz herzlich!
Liebe Gruesse
Cosi und Julia

Samstag, 8. Januar 2011

Und so ging es weiter...

Hallo ihr Liebsten,

nun sind es nur noch zwei Wochen bis unser hochgeschaetzter Norbert (Gruender und Vorsitzender von LUCY) mit der Reisegruppe und natuerlich meine Mami kommen. Die Zeit vergeht hier wirklich wie im Nu und auch diese Woche war so erfuellt von wunderbaren und bewegenden Momenten.

Nach den langen, erholsamen Weihnachtsferien kehrte hier nach Cosis Geburtstag wieder Alltagsstimmung ein. Die Hostelmaedchen erfuellten die Schule mit Leben, die Schwestern gerieten wieder in Stress, andere Schwestern kamen aus ihrem verdienten Weihnachtsurlaub wieder und es stellte sich die Frage was wir nun noch die naechsten Wochen machen wuerden. Erfuellt, geshockt und angeregt von unsem Tarwaerlebnis beschlossen wir uns in der Schule fuer HIV positive Kinder und AIDS Weisen uns nuetzlich zu machen. Praktischer Weise befindet sich die Schule gerade mal 200m entfernt von unserem Konvent, sodass es nicht einmal grossen Aufwandes bedurfte.

Die Schule selber ist ein Zuhause fuer ca. 50 Kinder und ist einem grossen Haus, das leider in sehr schlechtem Zustand ist, untergebracht. Auf Grund der wenigen Schueler werden hier jeweils zwei Klassen zusammen unterrichtet. Die Bildung der Kinder ist leider nicht gerade gut, da viele von ihnen zu vor auf staatlichen Schulen waren. Der Grossteil der Kinder sind so oder so in der ersten oder zweiten Klasse und sprechen deshalb noch kein Englisch. Die Lehrer berichteten aber sogar, dass viele Kinder nicht einmal richtig Hindi sprechen, sondern nur ihre eingene Stammessprache, eine grosse Herausforderung!

Wir gingen sowohl vormittags, als auch nachmittags fuer zwei Stunden dort hin. Ein- bis zweimal taeglich versuchten wir den groesseren Kindern etwas Englisch nahe zu bringen und uebten mit den Kleinen das Alphabet. Das Englisch unterrichten war eher ein Vokabel lernen oder ein Spielen. Richtiger Unterricht war auf Grund viel zu anspruchsvoller Buecher und sehr schlechter Grundkenntnisse nicht moeglich. Macht nichts, schnell war "Ich packe meinen Koffer", ein Aktion-Song, "Hangman" oder Pantomime bei gebracht. Ich denke wir koennen schon sagen, dass die Kinder zumindest Spass hatten. Ob sie nun wirklich was gelernt haben.... wer weiss! So schlecht kann es aber nicht gewesen sein, denn keiner der Lehrer dort beherrscht das Englisch, sodass wir uns so oder so fragen wie der Englischunterricht normaler Weise ablaeuft. Besser gesagt: Gibt es ueberhaupt welchen?

Mit den kleinen die Alphabet erlernen machte uns besonder viel Spass, weil es wirklich Erfolg zeigt. Die Kinder waren aber auch einfach so zutraulich und foehlich, dass man immer beschwingt und gluecklich das Gelaender verliess. Meistens aber auch mit einer Ueberdehnung jedes Fingers, da an jedem Finger ein anderes Kind hing und einfach nicht mehr los lassen wollte :) Wir haben sie wirklich ins Herz geschlossen und sind wirklich vernarrt in besonders die ganz Kleinen. Trotzdem, bekommen wir einen Klos im Hals, wenn wir ueber die Frohlichkeit und Sorglosigkeit der Kinder nachdenken und feststellen muessen, dass sehr vom Schicksal (wie so viele andere auch) gezeichet sind, sich dessen nur einfach nicht bewusst sind.

Diese Woche war mal wieder, wie fast immer, eine ganz besondere. Wir hatten mindestens so viel Spass wie die Kinder,  wenn wir Verstecken spielten, Tanzten oder Plumssack spielten. Es ist wirklich wunderbar, dass die Schwestern eine grosse Familie HIV gezeichneter Kinder geschaffen haben, in der fuer jeden ein Platz ist. Auch fuer zwei fast erwachsene deutsche Maedchen. Wir sind in ausserstem Masse dankbar, dass wir dies erleben durften.
 Beim Spielen

 Cosis kleiner Engel, positiv.


 Nein, das kleine a wird so geschrieben!!!

Die Schule stellt sich vor. Links hinten der Headmaster, hinten die drei Lehrerinnen.

die Cosi und die Julia.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Jetzt hatte Cosi auch noch Geburtstag...

Hallo Hallo ihr Lieben!


Am 2. Januar hatte ich Geburtstag und nun bin ich 19 Jahre alt....! Diese Tatsache an sich ist ja nicht von einer solchen Wichtigkeit, dass ich deshalb hier einen Eintrag schreiben wollte, aber meine liebe Freundin Julia hat mir einen wirklich aussergewoehnlich wunderbaren Tag bereitet, so dass ich doch gerne ein bisschen darueber berichten und prahlen moechte:).

Nach einem herrlichen Geburtstagsfruehstueck mit 2 ganz tollen Geburtstagskuchen gab es eine ganz grosse Bescherung. Ich habe von Julia unglaublich schoene Geschenke bekommen und ganz liebe Post aus aller Welt! Vielen, vielen Dank an alle, die daran gedacht haben!

Der ganze Tag war gespickt mit kleinen Ueberraschungen, die Juju vorbereitet hatte: Mittags gab es eine Messe extra fuer mich mit einem father, der aus Birma gerade angereist war. Danach ein sehr schoenes Festessen, bei dem auch Sr. Clarentia und unser lieber father George wieder dabei waren, und bei dem der father aus Birma unglaublich interessante Dinge erzaehlt hat... Leider haben die Schwestern zu Jujus Aergerniss mal wieder ein bisschen im Voraus geplaudert und mir aus Versehen verraten, dass nachmittags noch nette Kaffeegaeste kommen wuerden..... Ich habe mich aber deshalb nicht minder gefreut, als ploetzlich unsere australischen Jungens auf dem Schulrasen standen, mit father Tom (auch Australier) und auch Abhi, einem indischen Freund!!! Wir haben ein maerchenhaftes Kaffeetrinken draussen auf dem Schulrasen gemacht und ich war unglaublich gluecklich! Die Sonne hat (noch einigermassen) warm geschienen- das hatte ich noch nie an meinem Geburtstag (!!!!)- und die Stimmung war ganz ausgezeichnet. Juju hatte dann auch noch Bingo vorbereitet und ein Cosi- Qiuz, und Sackhuepfen und Pantomime, was mir ganz ganz grosse Freude bereitet hat!! (Ich hatte naemlich bei einem Christmasgathering zuvor, wo Bingo gespielt worden war, zu Juju gesagt:"Oh, das will ich an meinem naechsten Geburtstag auch spielen!"- womit ich gar nicht diesen gemeint hatte...) Die Gaeste haben sich auch sehr amuesiert- es war einfach auch eine klasse Mischung aus Schwestern, jungen Australiern, Deutschen und Indern...!
Den Schwestern wurde dann ein bisschen kalt- deshalb wurde die Kaffeetafel leider beendet (ich haette ewig da in der Sonne sitzen koennen!). Aber wir jungen, spritzigen Leutchen haben dann noch blinde Kuh gespielt und noch ein bisschen Zeit miteinander verbracht. Leider sind die Australier naemlich am naechsten Tag abgereist, was uns ein bisschen traurig gestimmt hat. Aber das hat die Stimmung nicht getruebt- Abschied war ja erst am naechsten Morgen.

Der Tag war wirklich aussergewoehnlich schoen und es war ganz toll, mal einen so anderen Geburtstag zu erleben! Ich wurde so von meiner lieben Juju verwoehnt und sogar die Sonne ist fuer einen Tag richtig rausgekommen!! Meinen alten Schnee habe ich gar nicht soo sehr vermisst...:)

Nun moechte ich gar nicht mehr so viel schreiben, sondern allen danken, die mir liebe Post gesandt haben und an mich gedacht haben, ich fuehl mich sehr geehrt!!! Vielleicht noch ein paar schoene Fotos....

Alles Liebe und DANKE an mein Juju <3!



von Cosi.

Freitag, 31. Dezember 2010

Zum neuen Jahr!!

Liebe Leute!

Nun ist tatsaechlich schon wieder ein ganzes wahnsinnig ereignisreiches Jahr um und wir schreiben den 1.1.2011!! Was fuer ein tolles Datum :). Julia und Ich haben mehr oder weniger ruhig ins neue Jahr geschlafen (wir wurden Gott-sei-dank von Anrufen aus Deutschland geweckt) und haben mit einer Morgenmesse heute um 7 Uhr den Neujahrstag begonnen....So frueh waren wir an Neujahr noch nie auf den Beinen...

Die letzten Tage des Jahres 2010 haben wir in Tarwa verbracht, einer Aidshilfestation der Schwestern.
Tarwa ist ein ziemlich grosses Gelaende der Schwestern mitten im indischen Kleinbusch. Ein grosser Garten mit einer einsamen Kuh, die Julia sehr liebgewonnen hat, und vielen Aloevera-Pflanzen und Gemuese und Obst umringt das ziemlich grosse Krankenhaus.
An die 100 Patienten koennen hier aufgenommen und betreut werden, im Moment waren aber nur ca 20 auf Station. Die Instituion ist nur fuer Aidskranke- und diejenigen die daraus folgend an Tuberkulose, Hepatitis oder anderen schlimmen Krankheiten leiden. Die 5 Schwestern und ca 30 Mitarbeiter betreuen Aidskranke der Region. Sie verteilen Medikamente an die Patienten, machen Hausbesuche in den Doerfern und Aufklaerungsarbeit und Praevention. Patienten, denen es sehr schlecht geht, koennen max. 14 Tage hier auf Station betreut werden- und der Staat bezahlt alles. Auch die Medikamente sind kostenlos!! Fuer alle!!!! Wir waren beeindruckt....


An einem Tag haben wir einen field-service-trip gemacht, der unglaublich abenteuerlich und beeindruckend war. Wir haben Einblick in die aermsten Doerfer und Lebensverhaeltnisse bekommen und den Kampf gegen Aids hautnah miterlebt. Die Mitarbeiter besuchen in regelmaessigen Abstaenden die Patienten und versuchen dafuer zu sorgen, dass alle ihre Medikamente regelmaessig nehmen und auf ihre Gesundheit achten. Das ist eine unglaublich muehsehlige Angelegenheit, weil die Menschen groesstenteils den Wert dieser freien Medikamente gar nicht schaetzen koennen. Viele nehmen ihre Medizin einfach nicht ein, besorgen sie sich nicht von den Ausgabestellen, weil sie zu weit entfernt wohnen und die Kraft, das Geld und die Zeit nicht haben, ihre Arbeit im Stich zu lassen und sich die Medikamente abzuholen. Wenn sie dann Erkaeltungen oder aehnliches bekommen, ruhen sie nicht und laufen trotzdem in duennsten Sareestoffen durchs Land. Und wenn sie dann so krank sind, dass sie sich nicht mehr selbst verpflegen koennen, sterben sie oder sie werden in Tarwa wieder aufgepaeppelt. So weit das in 14 Tagen moeglich ist.
Wir koennten uns glatt aufregen ueber diese Verantwortungslosigkeit und Schlumerei, mit der diese in der ganzen Welt so wichtigen und teuren Medikamente behandelt werden!!! Der Grund liegt wahrscheinlich wieder in mangelnder Bildung... Denn eigentlich ist es ja toll, dass der Staat diese Medikamente stellt.

                                                                    auf dem field-trip

                                                 ein kleiner Spaziergang durch den Busch:
                                                                                                             



Wir haben gesehen, wie Aidskranke von der Gesellschaft ausgeschlossen werden und wie schon kleinste Kinder infiziert, hustend  und schreiend durchs Krankenhaus laufen, mit infizierten Eltern oder als Teil- oder Vollwaisen. Wir haben wirklich aermste Verhaeltnisse in den Doerfern gesehen und Menschen, die nur noch Haut und Knochen waren.
Aber mit diesen erschreckenden Bildern haben wir die Arbeit der Schwestern und ihrer Institution kennen gelernt und darin sehr viel Zuversicht und liebevolle Sorge fuer die Menschen gesehen. Es ist bewundernswert, wie ausdauernd die Mitarbeiter Patienten suchen und betreuen und mit was fuer einer Geduld sie mit ihnen sprechen. Es scheint ein so aussichtsloser Kampf zu sein, aber die Krankenschwestern und Berater sind voller Energie und versuchen jedem Einzelnen so gut wie moeglich zu helfen! Das ist unglaublich schoen zu sehen.

Mit dem Krankenhaus haben die Schwestern nun eine Schule fuer Aidswaisen und infizierte Kinder hier in Hazaribag aufgebaut. Es ist alles noch in den Anfaengen und ziemlich einfach und aermlich, aber die Schule soll wachsen, damit die Kinder eine Chance und ein zuHause bekommen. Wir halten das fuer ein grandioses Projekt! Viele der Mitarbeiter sind auch infiziert, aber in einem stabilen Stadium; bekommen im Krankenhaus einen Arbeitsplatz und koennen gleichzeitig anderen Kranken helfen. Auch das ist doch eine tolle, hoffungsgebende Idee!

Neben diesen unbeschreiblich intensiven Erfahrungen haben Julia und ich uns sehr gut erholt auf dem Land. Wir haben die Kuh gemolken, Grass geschnitten und die wunderschoenen Sonnenuntergaenge genossen. Es war paradisisch. Die Landschaft hier in Jharkhand ist biblisch schoen und wir haben erfahren, dass es auch Elefantan gibt!!! Leider haben wir noch keinen zu Gesicht bekommen...Aber; neues Jahr, neues Glueck!



Hoffentlich hattet ihr alle einen fabelhaften Rutsch und seid wohlauf! Wir wuenschen euch das Beste!

Julia und Cosi schicken ein Sonnenuntergangsherz aus Tarwa...alles Liebe!

Samstag, 25. Dezember 2010

Gesegnete Weihnachten!

Liebe Freunde!

Nun ist zwar schon der 2. Weihnachtstag, aber passend zu Weihnachten ging naturlich das Internet nicht. Deshalb nun ein bisschen verspaetet: Frohe Weihnachten und ein erfuelltes und erlebnisreiches Jahr 2011!


Unser Weihnachten begann diese Jahr mit der Auffuehrung unseres Krippenspiels am 22. Dezember. Lang erwartet lief unsere Auffuehrung grandios, die Maedels waren einfach spitze! Leider waren die externen Techniker das gegenteil von unseren Maedchen, sie waren naemlich totale Nieten. So war die Auffuehrung leider etwas gestoert von nicht funktionierenden Mikrophonen und Rueckkopplungen... Macht nichts! Das wichtigste ist, dass wir es im wahrsten Sinne des Wortes geschafft haben das Krippenspiel ueber die Buehne zu bingen und das mit grossem Erfolg. Die Schwestern, die Schuellerinnen, die sonst immer ueber die schlechten Englischkenntnisse der Hostelers laechel, ja sogar der Bischoph waren begeistert!

Am 23. ging dann die Weihnachtsdekoration los! Oh wir sagen euch, so etwas habt ihr in eurem Leben noch nicht gesehen. Der ganze Konvent ist voller Girlanden und Glitzer, es gibt keine undekorierte Stelle mehr. Die Krippe ist so voll gehaengt, dass man das Jesuskind nicht mehr sehen kann....Naja jedem eben sein Geschmack! :P Wir waren uebrigens mitten dabei. Durch unser ueberindische Koerpergrosse eigenten wir uns hervorragen als Aufhaenger und wir bastelten stundenlang eine Flamme aus Styropor fuer die Kapelle, in der nun die Mutter Gottes steht.

Weihnachten selbst war echt richtig schoen. Natuerlich plagte uns im ein oder anderen Moment auch mal das Heimweh sehr stark, aber wir beschaeftigten uns tagsueber mal wieder mit Backen. Ja das ist hier ein ganzes Tagesprogramm. Dieses mal backten wir in der Kueche des Hostel, die noch simpler ist. Da es hier keine Vanille und Mandeln gab, gab es eben statt Vanillekipferl, Zimtkipferl! Wir fragen uns warum sonst noch keiner auf die Idee gekommen ist, denn sie schmecken in der Tat himmlisch. Leider fiel natuerlich immer wieder der Strom aus, sodass wir fast das Gebet der Schwestern um 18 Uhr verspassten und die letzte Ladung verbrannte. Das Gebet war fuer uns der schoenste Teil von Heiligabend. Es war ein kleines sehr einfaches, improvisiertes Krippenspiel organisiert, bei dem wir Hostelkeeper waren. Es war sehr beeindurckend und stimmungsvoll. Wir beteten Gebete mit den Schwesten und untermalten ihr Lieder mit Floete und Piano. Wir waren wirklich sehr bewegt und fanden es wirklich schoen! Anschliessend assen wir alle zusammen abend und gingen dann in unsere Zimmer.Wir hatten unsere kleine aber feine Bescheerung und legten uns noch einwenig zu schlafen vor der mitternaechtlichen Mette.
Die Messe war wirklich auch sehr schoen. Eben deutlich anders als zu hause und auf Hindi, aber es wurde viel gesungen und endlich gab es mal ordentlichen Weihrauch statt Raeucherstaebchen! Muede fiehlen wir dann um 2:30 in unsere Betten uns schliefen auch sehr schnell ein.
Am naechsten Morgen druften alle die wollten ausschlafen und ein schoenes spaetes Weihnachtsfruehstueck geniessen. Die Stimmung am Weihnachtstag gestern war wunderbar, alle waren ruhig und entspannt. Ganz, ganz viel Besuch kam und ging den ganzen Tag, der Bischof war nochmal da, sowie viele, viele Schwestern und fathers und Bekannte und Verwandte. Wir haben den Tag vertieft in unsere Buecher, schlafend und doesend genossen! Zwischendurch haben wir noch ein bisschen musiziert und gesungen. Alles in allem war es also ein sehr schoenes Fest!

Heute findet im Bischofshaus noch ein grosses weihnachts- gathering statt, bei dem unsere Konvent-Gemeinschaft ein kleines Liedchen vortraegt und wir wieder mit floete und Xylophon (hat eine schwester noch ausgegraben!) aktiv werden. Und dann sind alle Weihnachtsfeiern wahrscheinlich fuers erste bewaeltigt.

Nun wuenschen wir euch allen noch einen gemuetlichen, besinnlichen 2. Feiertag im Kreise eurer Lieben und hoffen, dass es allen gut geht! Wir sind gluecklich, hier mal ein ganz anderes Weihnachten zu erleben, freuen uns aber auch schon wieder auf das alte, gewohnte:).

Mit ganz herzlichen, lieben Weihnachtsgruessen an alle!
Eure Julia und Cosi!

Montag, 20. Dezember 2010

Was machen die beiden eigentlich die ganze Zeit?




Hallo ihr Lieben,

ja ja wir wissen, wir haben uns schon lange nicht mehr gemeldet. Entschuldigt, bitte. Das liegt aber werder daran, dass es uns irgendwie nicht gut geht, noch an den technischen Bedingung. Der Grund liegt einfach daran, dass die Zeit wahnsinnig rennt. Gestern ist uns auf gefallen, dass uns nur noch fuenf Wochen bei den Schwestern bleiben. Die Zeit vergeht hier so viel schneller als in Deutschland. Kaum ist man morgens aufgestanden, gibt es schon wieder Mittagessen, Tee, Abendessen, schnell wird noch der Tagebucheintrag gemacht und man faellt voellig erschoepft ins Bett... Aber was passiert zwischen drin.

Seit einer knappen Woche ist unsere Taetigkeit bei den Pre-Candidates leider erst einmal vorerst beendet, da sie ueber Weihnachten nach Hause fahren. Eigentlich kam uns das aber ganz gelegen, da wir realisierten, wie viel noch fuer unser Krippenspiel zu machen war. Die St. Roberts School laeutet auch schon sehr frueh ihrer Weihnachtsferien ein, sodass nur die Hostelmaedchen, die bei unserem Krippenspiel mitmachen blieben. Perfekt! So wurde die Probenfrequenz von einmal taeglich auf zweimal taeglich hoch geschraubt und wir hatten ganz viele kleine, liebe, zuckersuesse Stern-Schneide-Helferlein. Die Zeit verging im Nu. Engelfluegel, Heiligenscheine, Eselohren, diverse Kronen wurden zur Massenware und den Text koennen wir nun auch alle im Schlaf auf sagen.

Ausserdem haben sich in der Zwischenzeit drei Australier in Hazaribag, in der benachbarten St. Xavier School (eine Jesuitenschule) verirrt, die hier eine sechswoechige Erfahrungsreise machen. Sie sind wirklich sehr nett und sind gute Baskeballmitspieler. Denn dieser Sport steht inzwischen auf unserem Wochenplan und macht mit drei unterschiedlichen Nationalitaeten besonders viel Spass. Hinzu kommt, dass es ab und zu auch mal ganz gut tut schoenes Englisch zu Ohren zu bekommen. Letzten Samstag war dann noch der Sportsday (so etwas wie Bundesjugendspiele) in der St. Xavier School, was ein ziemlich grosser Event war. Naturlich haben wir uns das nicht entgehen lassen und haben zu geschaut. Allgemein waren wir sehr beeindruckt, aber auch zu gleich schockiert. Selbst die kleinsten Kinder aus der Vorschule maschierten schon in einem Minuten langen sogenannten "Mass Driss" in einer koplizierten Schrittfolge wie beim Militaer. Das ist echt krass und so unnatuerlich zu gleich. Trotzdem moegen wir die Schule, da sie wirklich sehr gute Arbeit macht. Auch wenn sie durch ihre hohen Schulgebueren viele Kinder ausschliesst, gibt sie ihren Schuelern eine exterm gute Bildung, die sie dann spaeter hoffentlich nutzen.



Zurueck zum Krippenspiel. So jetzt sind es nicht einmal 48 Stunden mehr bis zur Auffuhrenung und die Spannung steigt. Inzwischen haben sogar fast alle Kinder ihre Kostueme und die Buehne sieht auch ganz gut aus! Nun hoffen wir noch dass es gerade Strom gibt, wenn die Auffuehrung ist, denn ansonsten wird alles ziemlich dunkel und leise. Allgemein sind wir aber schon ein wenig stolz, dass wir das alles fast ganz ohne Hilfe von Aussen auf die Beine gestellt haben. Es war ein wunderbares Projekt fuer uns. In der Uebephase haben wir die Hostelmaedchen viel besser kennengelernt, haben sie total lieb gewonnen und ich zumindest bin nun kein Einzelkind mehr! :) Auch die Maedchen sind zusammen gewachsen und in zwischen hat sich ein richtig Gruppenfeeling entwickelt. Wirklich so schoen!

Also wir wuenschen euch ruhige und stimmungsvolle letzte Adventstage. Lasst euch nicht stressen von irgendwelchen Im-letzten-Moment-Geschenk-besorg-Aktionen und wir denken in diesen Tagen ganz viel an euch! Nein, wir wuenschen euch nun noch nicht gesegnete Weihnachten, wir melden uns zu vor noch mal. Versprochen!

Allerliebste Gruesse aus dem Indien, dass sogar "Weihnachts-Plaetzchen" fritiert...
Eure Cosi und Julia